1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Kreis Borken weiter Milchvieh-Hochburg

  6. >

Über 500 Milcherzeuger

Kreis Borken weiter Milchvieh-Hochburg

wn

-job- KREIS BORKEN. Freude über gestiegene Produktivität bei den Milchkühen, ein wenig Sorge darüber, ob und wie schlimm der bislang in einer Schafherde nachgewiesene Schmallenberg-Virus auch das Rindvieh erwischt hat. An Themen mangelte es gestern bei der Generalversammlung der Kreistierzüchtervereinigung und des Kreismilchkontrollbezirks im Haus der Vereine in Südlohn nicht.

Die Fakten vorweg: Mit 506 Milcherzeugern steht der Kreis Borken landesweit ganz vorne da, die Zahl der Kühe im Kontrollbezirk (32.234) wird nur im Kreis Kleve übertroffen. Seit 1996 hat sich die Zahl der Milchbauern im Westmünsterlandkreis von damals knapp 1000 zwar fast halbiert, die Zahl der Kühe pro Betrieb auf nun durchschnittlich 62,6 aber fast verdoppelt. Und mehr Milch als früher geben die Kühe auch: Allein im Vorjahr hat die Durchschnittskuh im Kreis Borken bei der Jahresdurchschnittleistung nochmals um gut 100 Kilo auf jetzt 8792 Kilo Milch zugelegt. Mittlerweile haben 51 Kühe im Kreis eine Lebensleistung von mehr als 100.000 Liter Milch erreicht.

Wie man solche Leistungen auch mit einer tiergerechten Haltung hinbekommt, das brachte der bekannte Züchter Peter Meutes aus der Eifel den vielen interessierten Züchtern näher. Viel Platz, viel Luft, viel Einstreu unter den Klauen, dazu individuelles Futter und Betreuung - das ersetze nicht nur oft den Einsatz von Medikamenten, sondern sorge auch für viel Milch im Euter, skizzierte Meutes die Grundlagen seiner Arbeit mit seinen 185 Tieren.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Landrat Dr. Kai Zwicker betont, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor in der Wirtschaft des Kreises Borken sei. Er setze weiter auf eine gute Zusammenarbeit, wie man sie beispielsweise schon bei der Vereinbarung über die Reduzierung des Flächenverbrauchs praktiziere. Heinrich Terbahl, Geschäftsführer der Tierzüchtervereinigung, erinnerte an den mit Nachbarvereinen erfolgreich ausgerichteten „Tag der Landwirtschaft“. Die Veranstaltung habe sich über die heimische Region hinaus einen sehr guten Ruf erworben.

Am Rande der Veranstaltung sagte Kreisveterinär Dr. Albert Groeneveld, dass man derzeit noch nicht sagen könne, ob und wie der Schmallenberg-Virus die Rinderbestände im Kreis befallen habe. „Wir müssen im Moment warten“, sagte der Kreisveterinär. Im März/April, wenn die Kühe kalben, wisse man mehr, hieß es. Groeneveld sagte weiter, dass sich Tierhalter Gedanken machen sollten, wie sie mit den die Krankheit übertragenden „Gnitzen“, einer Stechmückenart, umgehen sollten. Eventuell jetzt auftretende Krankheiten seien Folgen einer letztjährigen Infektion. Besonders anfällig für eine folgenschwere Erkrankung seien trächtige Kühe zwischen dem 75. und 110. Tag der Trächtigkeit. Der Kreisveterinär wies darauf hin, dass die Krankheit zwar Schafe und Rinder befallen könne, aber keine Handelsbeschränkungen oder gar Aktionen wie das Keulen ganzer Herden nach sich ziehe. Für den Menschen stellt die Krankheit keine Gefahr da.Zum Thema

Startseite