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Kreisfeuerwehrverband des Kreises Borken tritt neuem Verband bei

Sandra Kasperczyk

Heiden/Kreis Borken - Einstimmiges Votum der Delegierten am Sonntagmorgen in Heiden: Der Kreisfeuerwehrverband des Kreises Borken tritt dem neu gegründetem Verband der Feuerwehren (VdF) bei. Auch stimmten die Vertreter der 3720 Feuerwehrmänner der Änderung der Beitrags und Finanzierungsordnung des Verbandes zu.

Die Westmünsterlandhalle in Heiden war Treffpunkt der Delegierten des Kreisfeuerwehrverbandes Borken, bei dem Dr. Klaus Schneider (Hamm) als Vorsitzender des VdF-NRW zu Gast weilte. Schneider berichtete über die Insolvenzen des ehemaligen Landesfeuerwehrverbandes und des Feuerwehrerholungsheimes „Haus Phönix“. „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen“, sagte er. Nun gelte es einen Neuanfang mit dem VdF-NRW zu wagen.

„Wir brauchen einen starken Ansprechpartner der Feuerwehren nicht nur in der Politik“, meinte der 70-jährige pensionierte Richter am Oberlandesgericht. Er bat um Unterstützung, den VdF durch eine Mitgliedschaft zu unterstützen. „Nur als Sprecher aller Feuerwehrverbände in NRW können wir eine optimale Änderung und Neufassung des Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz mittragen“, hieß es.

In Zeiten der Finanzkrise stellt sich Kreisbrandmeister Johannes Thesing (Heiden) die Frage, ob die Weichen für die zukünftige ehrenamtliche Tätigkeiten der Freiwillige Feuerwehren richtig gestellt seien und ob auch in Zukunft noch genügend einsatzfähige Freiwillige Feuerwehren zur Verfügung stünden. „Sicherheit bedeutet Lebensqualität“ sagte er, doch sei diese nicht zum Nulltarif zu bekommen.

Den 3720 Feuerwehrmännern müsse das entsprechende Equipment zur Verfügung gestellt werden um den mehr als 370 000 Bürgern des Kreises bei Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr Schutz und Sicherheit zu bieten. „Ohne Ehrenamt ist eine solche Maßnahme nicht zu stemmen“, hieß es. Er forderte die Förderung des Ehrenamtes und der Jugendarbeit.

Zustimmung erhielt er nicht nur vom Gastgeber, Bürgermeister Heiner Buß der Gemeinde Heiden. „Wir bekennen uns zu unseren Feuerwehren und werden diese unterstützen“, versprach der erste Bürger der Gemeinde.

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring aus Vreden appellierte an private und öffentliche Arbeitgeber, nicht nur die Feuerwehrmänner von der Arbeit freizustellen, was ohnehin im FSHG geregelt sei, sondern diese verstärkt einzustellen. Als zu gering bezeichnete der Landtagsabgeordnete Bernhard Schemmer aus Reken die Zuwendungen, rund 1,05 Millionen Euro, aus der Feuerschutzsteuer an die Städte und Gemeinden des Kreises. Er bemängelte, dass Mittel aus dieser Steuer zweckentfremdet würden und so den Feuerwehren nicht zur Verfügung stünden.

Dank sprach Landrat Dr. Kai Zwicker den Wehrmännern, aber auch deren Ehepartnern und Familien aus. Er forderte die Jugend für den Feuerwehrdienst zu begeistern, denn gute Nachwuchsarbeit lohne immer.

Reine Formsache war dann die Entlastung des Vorstandes. Egbert Gördes (Raesfeld) konnte eine geordnete Kasse vorweisen, so dass die Prüfer Dirk Bentfeld, Martin Martens und Thomas Rotering Entlastung beantragten. En bloc wurden Thomas Dekkers, Bernd Schatz und Marc Hörnemann neu in den Vorstand des Kreisfeuerwehr-Verbandes gewählt.

Damit der neue Verband der Feuerwehren überhaupt arbeiten kann, beschloss die Delegiertenversammlung einen „Vertrauens“-Vorschuss von drei Euro pro Feuerwehrmann an den Verband zu überweisen. Dieser wird sich in Zukunft nach Einschätzung des Vorsitzenden Schneider auf sechs bis acht Euro belaufen.

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