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Kreuze bleiben abgehängt: Gericht bleibt bei seiner Entscheidung

Rheine. Die Kreuze im Rheiner Amtsgericht werden wieder aufgehängt. Das teilten Amtsgerichtsdirektorin Monika Kremer und das Landgericht Münster am Freitagmorgen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Weitere Berichterstattung folgt.

wn

Rheine. Die Kreuze im Rheiner Amtsgericht werden nicht wieder aufgehängt. Das teilten Amtsgerichtsdirektorin Monika Kremer und Landgerichtspräsident Klaus Schelp am Freitagmorgen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Am Abend zuvor hatten beide in einem Gespräch mit den Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche nochmals ihren Standpunkt dargelegt.

Ein Verwaltungsgremium des Gerichts hatte nach der Renovierung des Gerichts beschlossen, die Kreuze nicht wieder aufzuhängen und stattdessen ein Porträt von Bundespräsident Horst Köhler anzubringen. An dem Gespräch hatten neben den Gerichtsspitzen auch Rheines Dechant Ludger Kaulig, der Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg, Hans Werner Schneider, und die beiden Rheiner Pfarrer Bernhard Lütkemöller und Jürgen Rick teilgenommen.

Die Vertreter der Kirchen hätten Respekt vor der Entscheidung der Direktorin des Amtsgerichts Rheine geäußert und sähen dies nicht als gegen die christlichen Kirchen oder den christlichen Glauben gerichtete Maßnahme an, heißt es in der Erklärung. Vielmehr werde auch in ihren Augen das Kreuz zum bloßen Möbelstück degradiert, wenn es je nach Prozesssituation in Gerichtssälen auf- und abgehängt wird. Allerdings teilen die Vertreter der Kirchen den Wunsch der Bürger, die es begrüßen würden, wenn das Kreuz in unserer Gesellschaft wieder stärkere Beachtung fände.

In einer gesonderten, persönlichen Stellungnahme teilte Amtsgerichtsdirektorin Monika Kremer, dass die Entscheidung "in Abwägung sämtlicher relevanter Umstände und nach bestem Wissen und Gewissen als Christen und in der daraus erwachsenen Verantwortung getroffen" worden sei.

In einer wahren Flut von Leserbriefen in unserer Zeitung hatte sich die Rheiner Bevölkerung gegen die Entscheidung des Gerichts gewehrt. Sogar eine Bürgerinitiative setzt sich für das Wiederanbringen der Kreuze ein.

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