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Kurz vor Schluss geht es rund

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Münster. Über seine Leistung als Schiedrichter konnte man geteilter Meinung sein. Rein dramaturgisch hatte David Hennig aber gestern beim 1:0 (0:0)-Sieg des FC Gievenbeck gegen die SG Telgte den Dreh absolut raus.

Nach einem bis dahin furchtbar schwachen und auch eher langweiligen Landesligaspiel übernahm der Referee in der Schlussphase die Regie und sorgte mit seinen Entscheidungen doch noch für ordentliche Unterhaltung. Erst stellte er mit Sebastian Kockmann (Gelb-Rot/74.) einen Telgter vom Platz und entschied später nach einem Foul an Gievenbecks Anas Lotfi auf Elfmeter (86.) für den FCG. Nachdem Thomas Eichler diesen aber verschossen hatte, gab es direkt den nächsten Elfmeter für die Gastgeber. Diesmal hatte Telgtes Moritz Kemper Christian Dan gefoult und sah dafür auch noch die Rote Karte. Diesen Elfmeter nutzte Gievenbeck durch Julian Kirchner dann aber tatsächlich für den späten Siegtreffer (87.).

Zwei Platzverweise und zwei Elfmeter – eigentlich war das nicht mehr als eine Entschädigung für die Zuschauer, die vorher bei diesem Kick nun wirklich überhaupt nicht auf ihre Kosten gekommen waren. „Ein gutes Spiel war das nicht“, gab Gievenbecks Trainer Maik Weßels zu. „Beide Mannschaften haben unheimlich viele Fehler gemacht. Unser Sieg war sicherlich auch glücklich.“

Für seine Mannschaft war es aber immerhin schon der zweite glückliche 1:0-Heimsieg in Folge, „damit werden die nächsten Wochen etwas ruhiger“, freute sich Weßels.

Gestern brauchte sein Team fast eine halbe Stunde, um überhaupt einigermaßen in Tritt zu kommen. Die Anfangsphase dominierten die Gäste, die mit der Zeit aber auch immer mehr nachließen. In der Folge war das Spiel ziemlich ausgeglichen: Beide Mannschaften waren gleich schlecht. „Unser Mittelfeld-Pressing hat überhaupt nicht funktioniert“, ärgerte sich Weßels, der aber in der Pause bereits ein passendes Rezept gefunden hatte: „Da habe ich den Jungs gesagt, dass der Schiedsrichter heute mit Sicherheit noch jemanden vom Platz stellen würde.“ Der Trainer sollte Recht behalten, aber auch nach der Ampelkarte für Telgte wusste Gievenbeck mit seiner Überzahl zunächst nicht viel anzufangen. Im Gegenteil, einmal musste Carsten Kruth im Tor sogar gleich doppelt in höchster Not gegen Telgtes Marius Müller und Murat Demiröz retten. „Das war die entscheidende Szene. Carsten war heute sicher der Spieler des Tages“, lobte Weßels seinen Torwart, der die drei Punkte erst möglich gemacht hatte.

Auf der anderen Seite brauchte Gievenbeck etliche Chancen und zwei Elfmeter, um kurz vor Schluss doch noch endlich zu treffen. Nach Eichlers Fehlschuss gegen Telgtes eingewechselten Torwart Simon Uhlenbrock behielt wenigstens Julian Kirchner im entscheidenden Moment die Nerven.

FC Gievenbeck: Kruth – Langner, Bonnekessel, Kirchner – Krins (77. Karrmann) – Gieseler (21. Lotfi), Dan, Pohlmann (68. Steinkamp), Pieroth – Lürwer, Eichler.

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