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Kurzsichtige Hilfe

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Endlich eine gute Nachricht für Deutschlands Steuerzahler: Nach Auslaufen der Abwrackprämie will die Bundesregierung die Autobranche nicht - wie zunächst offenbar erwogen - weiter subventionieren. Eine Steuerentlastung für Käufer von Werkswagen scheint vom Tisch zu sein.

Auch der staatliche Anreiz zur Verschrottung von Altautos wird sich wohl im kommenden Jahr als falsche Strategie gegen die Absatzschwäche der deutschen Autokonzerne erweisen. Schon jetzt ist klar, dass ausländische Hersteller überproportional von der Umweltprämie profitiert haben.

2010 wird der deutsche Kleinwagen-Markt aller Voraussicht nach in eine tiefe Absatzflaute rutschen. Zwar hat die Abwrackprämie zunächst Arbeitsplätze erhalten und die Kurzarbeit begrenzt. Doch die Staatshilfe war kurzsichtig. Denn wer in diesem Jahr einen Kleinwagen gekauft hat, wird in den nächsten Jahren nicht schon wieder zum Autohändler gehen.

Die Überlegungen zur Entlastung der Werkswagenkäufer zielten jetzt auf die Unterstützung derjenigen Hersteller, die den Run auf Kleinwagen kaum gespürt haben - vor allem Daimler, BMW und Audi. Doch diese Marken werden schon bald den beginnenden Aufschwung spüren. Vor allem bei Dienstwagen, aber auch im Privatmarkt dürfte die Nachfrage nach nobleren Karossen 2010 wieder langsam anziehen. Die Belegschaften dieser Konzerne werden deshalb mittelfristig besser dastehen als diejenigen Mitarbeiter, deren Stellen kurzfristig subventioniert wurden.

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