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Filmrezensionen

„La Pivellina“: Herzliches aus Italien

Hans Gerhold

Am Stadtrand von Rom sucht Schaustellerin Tante Patti (Patrizia Gerard) ihren Hund und findet die von der Mutter ausgesetzte zweijährige „La Pivellina“ (die Kleine).

Ohne zu zögern, nimmt sie sich des Mädchens an und zieht sie mit den Anderen aus der Gruppe von Zirkusleuten wie ihr eigenes Kind auf. Vielleicht auf Zeit, wie im Begleitbrief der Mutter angekündigt, oder wegen der Polizei, die das Kind abholen würde . . .

Die Filmfestivals Cannes, Angers, Leeds, Mumbai, Kiew und andere haben diesem Kleinod Preise verliehen, die Diagonale 2010 in Wien sogar den Hauptpreis. Nicht ohne Grund: Tizza Covi und Rainer Frimmel, die mit dem vorherigen Dokumentarfilm „Babooska“ auf sich aufmerksam machten, sind ins Zirkusmilieu zurückgekehrt und haben mit den echten Schaustellern eine Geschichte wie aus deren Leben entwickelt.

So entsteht dokumentarische Nähe bei den Bildern und liebevolle Beobachtung bei der rudimentären Spielhandlung. Über 40 Jahre nach Fellinis „La Strada“ hat der italienische Neorealismus eine herzliche und lebensfreudige Enkelin in die Welt gesetzt. Bravissimo!

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