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Landesgartenschau in Warendorf: Viele Ideen, aber wenig Geld

Peter Maxwill

Warendorf - Die Anwesenden bildeten statt eines Rundes ein Oval, trotzdem war das Gespräch über die Ideen für eine Landesgartenschau am „Runden Tisch“ am Sonntagvormittag äußerst produktiv: „Inhaltlich ist ihr Vorschlag absolut überzeugend“, sagte Baudirektor Oliver Knaup zu Mechtild Wolff.

Die Vorsitzende des Heimatvereins hatte zu der „Ideenschmiede“ ins Kolpinghaus eingeladen, nachdem sie zuvor Bürgermeister Walter gebeten hatte, die Umsetzbarkeit eines solchen Projekts zu prüfen.

An Ideen mangelte es den 17 Teilnehmern der Diskussionsrunde nicht. Initiatorin Wolff schlug vor, die ohnehin anstehende Sanierung der östlichen Altstadt mit dem Projekt zu verknüpfen. Werner Starke plädierte dafür, die östliche Altstadt über die Emsinsel direkt mit dem Landgestüt zu verbinden.

Clemens Lüffe brachte die Idee vor, entlang des Emsauenwegs nach Einen Stationen einzurichten, an denen Tiere, Pflanzen oder etwa das Klärwerk thematisiert werden.

Baudirektor Knaup modifizierte diese Idee: Man könnte einen Radweg durch den Hägerort von Warendorf nach Freckenhorst planen, sagte er. Dort lägen keine Naturschutzgebiete wie an der Ems der freien Planung im Weg, man könne den Wasserturm mit einbeziehen und der Radweg wäre deutlich kürzer als auf der Route nach Einen.

Maria Wöstmann sagte, dass niemand eine „Blümchenschau“ wolle. „Wir müssen ein verspieltes Städtchen präsentieren - mit ganz vielen Bäumen und Pflanzen.“ Friedhelm Brokamp hatte gleich mehrere Ideen mitgebracht: Das Landgestüt, das Kloster, die Promenade und den Emssee könnte man einbinden, sagte er.

Wenige Ideen gab es indes für die Lösung des Finanzierungsproblems: Fünf Millionen Euro muss die Stadt wohl selbst aufbringen und zusätzlich notweniges Gelände ankaufen - etwa die Emsinsel, die einstimmig zum zentralen Projekt vor einer Bewerbung erkoren wurde.

Friedhelm Brokamp schlug vor, Vereinen, eigene Stationen auf dem Gelände anzuvertrauen, unentgeltlich. „Wir werden das sonst nicht finanzieren können“, sagte er, „aber aus dem, was wir haben, sollte man was machen.“ Wolff begrüßte den Gedanken der Bürgerinitiative. „Das ist der richtige Gedanke: Wie kann ich mich einbringen?“

Optimismus verbreitete Dr. Hans Günther Schöler, der vom Besuch einer FDP-Delegation in Gronau berichtete, das 2003 die Landesgartenschau ausrichtete (siehe WN-Bericht am Samstag). Für Gronau sei dies ein unglaublicher Schub nach vorne gewesen, sagte Schöler. „Man kommt dann plötzlich an Mittel, von denen man nicht zu träumen wagt.“

Noch nicht über das Thema beraten haben bislang die politischen Gremien. Laut Knaup bespricht jedoch am Donnerstag der Planungsausschuss eine mögliche Bewerbung für die Landesgartenschau. Am 28. Juni beschäftigt sich dann der Hauptausschuss mit dem Thema - und vor allem mit der heiklen Frage nach der Finanzierung einer Gartenschau. Von einer Bewerbung für die Landesgartenschau 2017 riet Knaup ab. Die Bewerbungsfrist ende schon am 1. Februar 2011. Bis dahin sei solch ein Projekt nicht zu machen.

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