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Regionalplan

Landwirte sorgen sich um Flächen

Claus Röttig

Gronau - Die Eper Landwirte fürchten um ihre Flächen. Grund ist der Regionalplan, den die Bezirksregierung Münster derzeit in Arbeit hat. Deshalb hat der Landwirtschaftliche Ortsverein (LOV) Epe seine Mitglieder bereits eigens zu einer Versammlung einberufen, über die Pläne informiert - und zum Handeln animiert. Unterstützt wurde der LOV dabei vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und der Landwirtschaftskammer.

Noch ist nicht klar, wie sich die Neuauflage des 1999 zum ersten Mal aufgestellten Gebietsentwicklungsplans auswirkt. Doch die Frist für Einwendungen endet am 31. Juli. Bisher gibt es laut Aussage der Bezirksregierung 230 Einwendungen und 340 Anregungen, Bedenken und Hinweise. „Oftmals überschneiden sich die Briefe allerdings“, so eine Sprecherin der Bezirksregierung Münster.

Doch wie sehen die Landwirte die Situation? Theo Eveld, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Epe, hat eine deutliche Meinung: „Es werden immer mehr Naturschutzgebiete geschaffen, aber wir brauchen nun einmal auch landwirtschaftliche Flächen.“

Die Sorge spricht aus Evelds Worten. „Wenn die Pläne so durchsetzt werden, wie sie bis jetzt stehen, werden viele Landwirte zumachen müssen.“ Denn es fehle dann einfach an Flächen für die Landwirtschaft, „die dringend gebraucht werden“.

Die Zahlen, die beim LOV-Treffen vorgelegt wurden, sprechen eine deutliche Sprache: „Im alten Gebietsentwicklungsplan von 1999 sollten 29.000 Hektar Naturschutzflächen ausgewiesen werden. Übrig geblieben sind 5096 Hektar. Im neuen Regionalplan sollen 23.000 Hektar ausgewiesen werden, das sind auf den ersten Blick 6000 Hektar weniger.“ Aber diesmal, so hieß es bei der Versammlung, sollen mindestens 51 Prozent der avisierten 23.000 Hektar auch umgesetzt werden. Das wären 11.730 Hektar und damit rund das Doppelte.

„Auch ich hätte dann Probleme, denn auch mein Hof ist in einer Fläche, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden soll“, so Eveld. Er lässt Vorwürfe laut werden: „Mir scheint es, als ob der Entwurf einfach auf dem Papier entstanden ist.“ Daher könne er nur jedem der 185 Mitglieder des Vereins raten, eine Eingabe bei der Bezirksregierung einzureichen. „So können wir ein wenig Druck machen.“

Die Kriterien, nach denen der neue Plan entwickelt wurde, sind für Eveld nicht nachvollziehbar. „Wir wissen nicht, woher die Pläne kommen. Wir sind nicht gefragt worden.“ So wünscht sich der Vorsitzende des LOV, dass sich die Verantwortlichen mit den Landwirten an einen Runden Tisch setzen. „Aber nun müssen wir abwarten, wie die Reaktionen aussehen.“

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