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Leben auf der Straße

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Fast überall auf der Welt gibt es Kinder, die auf der Straße leben. Die weltweite Gesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk Unicef schätzen: Es schlafen, essen und arbeiten weltweit etwa 33 Millionen Kinder auf der Straße.

Werden dazu die Kinder mit Dach über dem Kopf hinzugerechnet, die nur auf der Straße arbeiten, sind es noch viel, viel mehr. Womöglich 100 Millionen. Sie verdienen zum Beispiel als Schuhputzer in Südamerika Geld oder als Blumenverkäufer. Allerdings weiß niemand, ob diese Zahlen wirklich stimmen.

In Mittelamerika ist es die extreme Armut, die die Kinder von ihren Familien weg auf die Straße treibt. In Bolivien wurden Straßenkinder mal befragt. Viele sagten, dass sie ausgerissen sind, weil sie von ihren Eltern misshandelt wurden. In Afrika, wo viele Menschen an der tödlichen Krankheit Aids sterben, werden immer mehr Kinder zu Waisen. Das heißt, sie haben keine Eltern mehr. In die indischen Großstadt Bombay kommen täglich Hunderte von Kindern. Sie hoffen, dort besser zu überleben als in ihren Dörfern.

Auch in Deutschland leben Kinder auf der Straße – ähnlich wie Zora und ihre Bande im neuen Kinofilm. „Jedes Jahr reißen in Deutschland 2500 Jugendliche unter 18 Jahren von zu Hause aus“, sagt der Experte Markus Seidel. „300 davon werden zu Straßenkindern. Die anderen gehen zurück in ihre Familie. Oder wir finden Heime und andere Wohnmöglichkeiten für sie.“ Markus Seidel ist bei der Stiftung Off Road Kids – einer Hilfsorganisation, die bundesweit Ausreißern und Straßenkindern hilft.

Weil Straßenkinder versteckt leben und immer wieder die Stadt wechseln, weiß niemand, wie viele es wirklich gibt. Bemerkenswert ist: „Es ist in Deutschland nicht so, dass nur Kinder aus armen Familien auf der Straße landen“, berichtet Seidel. Er treffe immer wieder Straßenkinder, deren Eltern ein eigenes Haus besitzen.(dpa)

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