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Lebensmittel bleiben auf Dauer teuer

Düsseldorf. Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Lebensmittel einstellen. „Die Zeit der Überschüsse, die jahrelang die Preise gedrückt haben, ist endgültig vorbei“, sagte NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) in Düsseldorf...

Wilfried Goebels

Düsseldorf - Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Lebensmittel einstellen. „Die Zeit der Überschüsse, die jahrelang die Preise gedrückt haben, ist endgültig vorbei“, sagte NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) in Düsseldorf.

Auf der Erntepressekonferenz erinnerte Uhlenberg daran, dass die Preise für Lebensmittel über Jahrzehnte gesunken oder nur langsam gestiegen seien. „Für die Landwirte war dies nicht länger verkraftbar.“ Steigende Exporte sorgten seit zwei Jahren dafür, dass die Preise zu einer „gewissen Normalität zurückkehren“, sagte Uhlenberg.

Allerdings rechnet Uhlenberg auch künftig mit starken Preisschwankungen. In diesem Zusammenhang verwies der Minister auf die „Berg- und Talfahrt“ beim Milch- und Butterpreis. So sei der Preis für ein Päckchen Butter 2007 von 80 Cent auf 1,20 Euro gestiegen und dann bis zum Juni 2008 wieder auf den Tiefstpreis von 74 Cent gefallen.

Die Landwirte in NRW haben in diesem Jahr eine überdurchschnittlich gute Getreideernte eingefahren. Obwohl die Getreidemenge um 20 bis 50 Prozent höher ausfiel als 2007, erwartet Uhlenberg keinen sinkenden Brotpreis. „Bei Brot liegt der Wert des Getreides nur bei 3,5 Prozent des Preises“, sagte Uhlenberg. Bei tierischen Produkten, Obst und Gemüse liegt der Anteil der Rohstoffpreise allerdings höher.

Insgesamt erzeugten NRW-Landwirte 2008 rund 4,5 Millionen Tonnen Getreide – 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Johannes Frizen, freute sich, dass bei Braugerste ein besseres Ergebnis erzielt wurde als 2007. Beim Raps wurden zwar zehn bis 15 Prozent höhere Erträge erzielt – die Anbaufläche war aber um 18 Prozent geringer als 2007. Inzwischen mussten mangels Nachfrage erste Tankstellen für Raps-Treibstoff geschlossen werden. Landesweit werden 15 Prozent der NRW-Agrarfläche für Bio-Energie genutzt – eine Ausweitung auf 20 Prozent ist weiter denkbar.

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