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Ministerpräsident Mappus streckt die Hand zur Versöhnung aus

Letzte Chance

wn

Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus hat getan, was er als Landesvater tun musste: Er reicht den „Stuttgart-21“-Gegnern die Hand zur Versöhnung. Der Ministerpräsident tritt die Flucht nach vorn an und macht dies nicht ungeschickt. Mappus führt mit Heiner Geißler als Vermittler ein erfahrenes Schlachtross ins Feld. Denn der kritische CDU-Geist ist auch beim politischen Gegner hoch angesehen.

Ob Mappus mit diesem Schachzug der ersehnte Befreiungsschlag gelingt, bleibt offen. Die Grünen pochen weiter auf einen Baustopp. Und die Wunden, die der Streit um das milliardenschwere Bahnhofsprojekt gerissen hat, sind buchstäblich tief. Wenn es gilt, den Graben, der quer durch die Gesellschaft geht, in den kommenden Wochen und Monaten zu überwinden, ist mehr als nur guter Wille von allen Seiten erforderlich. Der Polit-Profi Heiner Geißler steht in seiner neuen Rolle als Brückenbauer vor einer riesigen Herausforderung.

Mappus´ Regierungserklärung signalisiert Versöhnungswillen, aber nicht die Bereitschaft, „Stuttgart 21“ zu begraben. Darin steckt der Konflikt, den auch Geißler nicht lösen kann. Er verkörpert gewissermaßen nur die letzte Chance, das Ländle wieder zu befrieden.

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