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80 Jahre Lengerich - Artikel - Content

Leuchtturm für Lengerich

Detlef Dowidat

Lengerich - „Diese Halle muss erhalten bleiben“. Bekannte Größen des Show-Business wie Musicalstar Willi Welp (spielt in Hamburg die Titelrolle im „König der Löwen“) und der Jazzmusiker Klaus Doldinger haben unabhängig voneinander die gleiche Meinung geäußert. Beide sind schon in der alten Industriehalle aufgetreten und waren vom Ambiente fasziniert. Beide sind nach dem Umbau der alten Seilerei zum sozio-kulturellen Zentrum wiedergekommen. Mit begeisternden Auftritten haben sie das Publikum fasziniert und Lengerich zum mutigen Schritt gratuliert. „Die neue Halle hat viel Charme und einen einzigartigen Charakter“, bemerkte Doldinger bei seinem ersten Auftritt nach dem Umbau.

Seit der Eröffnung sind sechs Jahre ins Land gegangen. Die Gempt-Halle hat das kulturelle Leben in Lengerich und in der Umgebung neu geprägt. Die Palette der Veranstaltungen hat sich um ein Vielfaches vergrößert. Theater, Konzerte, Schauspiel, Sport, Tanz, Hochzeiten, Ausstellungen, Messen, Geburtstage: Es gibt kaum etwas, das in der Halle mit seinem wunderschönen Bistro nicht durchgeführt werden könnte.

Die Gempt-Halle ist eine Bürgerhalle. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben die Bürger in vielfacher Form mit ins Boot geholt, um die Umgestaltung des Gempt-Geländes zu realisieren“, schildert Bürgermeister Friedrich Prigge. 1996 hat die Lengericher Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft, eine Tochter der Stadt, das ehemalige Gelände der Drahtseilfabrik Gempt erworben. Die erste Form der Bürgerbeteilung war die Einrichtung von Planungszellen. Bürgerinnen und Bürger machten sich Gedanken, was mit dem Gelände geschehen sollte. Daraus wurde ein Bürgergutachten erstellt. Wichtigster Gesichtspunkt: Die Industriehalle sollte als Multifunktionshalle erhalten werden.

Ein entscheidender Schritt zur Umgestaltung der Indus-triebrache gelang, als das Gempt-Ensemble mit der Halle, dem Schornstein mit Wasserbehälter und dem Fachwerkhaus Münsterstraße 19, dem ehemaligen Pastorenhaus, als Kultur- und Veranstaltungsangebot ins Rahmenkonzept der Regionale 2004 aufgenommen wurde. „Das war ein Glücksfall für Lengerich“, freut sich Bürgermeister Prigge noch heute.

Frühzeitig wurden Überlegungen angestellt, in welcher Form die Halle künftig betrieben werden könnte. Die Entscheidung fiel für eine unabhängige Bürgerstiftung. Damit wurde der innovative Weg der Bürgerbeteiligung konsequent weitergeführt.

Der Aufruf, Mitglied in der Bürgerstiftung Gempt zu werden, blieb nicht unerhört. Die Zahl von 254 Erststiftern bedeutete bundesweiten Rekord.

Von Beginn an war klar, dass die Bürgerstiftung die Halle finanziell nicht allein schultern kann. Daher hat sich die Stadt verpflichtet, jährlich einen Zuschuss zu gewähren. Auch in Zeiten knapper Kassen wird das beibehalten. „Die Halle ist aus Lengerich nicht mehr wegzudenken und verdient unsere Unterstützung“, erklärt Bürgermeister Friedrich Prigge.

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