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Lichtblicke aus der Region

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Münsterland - Allen Kriegen, Krisen und Konflikten auf der Welt zum Trotz: Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Die verzweifelte Suche eines kranken Jungen aus Münster nach einem Knochenmarkspender, das bürgerliche Engagement für einen neuen Radweg in Westerkappeln, der ungewöhnliche Heiratsantrag in Borken oder das gerettete Krankenhaus in Lüdinghausen – positive Meldungen und Geschichten aus der Region, die Mut machen für das neue Jahr.

Sein zweites Leben

Münster - Noch vor wenigen Wochen mussten Maike Gläser und Sven Reid aus Münster-Hiltrup davon ausgehen, 2009 werde das letzte Jahr in dem kurzen Leben ihres Sohnes Robin sein. Der vierjährige Junge leidet an Aplastischer Anämie. Sein Knochenmark bildet keine Blutzellen – eine tödliche Krankheit, weil sich der menschliche Körper mit der Zeit gegen die häufigen Bluttransfusionen wehrt.

Doch dann kam der 4. Advent, der Robin eine ganz neue Perspektive schenkte. Am 21. Dezember erfuhren seine Eltern, dass es einen Stammzellenspender für Robin gibt. Mit einer Transplantation an den münsterischen Uni-Kliniken sollen bald die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sein Körper wieder Blutzellen bilden kann. Doch dieses Wochenende ist auch aus einem anderen Grund unvergesslich für die Familie. Einen Tag vor der erlösenden Nachricht strömten 2733 Freiwillige in das Pfarrheim der örtlichen Kirchengemeinde St. Clemens, um sich typisieren zu lassen. Der Kindergarten St. Martin, den Robin besucht, hatte die Aktion ins Leben gerufen.

50 ehrenamtlich tätige Arzthelferinnen und Krankenschwestern nahmen den Spendenwilligen jeweils fünf Milliliter Blut ab. Diese Menge reicht, um im Labor die Gewebemerkmale eines Menschen zu bestimmen und festzustellen, ob man als Spender in Frage kommt. Der Unbekannte, der Zellen für Robin spendet, stammt nicht aus dem Pool derer, die sich in Hiltrup haben typisieren lassen. Trotzdem war die Aktion ein Erfolg. Denn alle Daten sind bei der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei gespeichert. Etwa jeder 100. Registrierte wird irgendwann um eine Spende gebeten, teilweise Jahre später. Die Welle der Hilfsbereitschaft, die Hiltrup am 4. Advent erfasste, wird – rein rechnerisch – etwa 27 Schwerkranken in aller Welt zu einer Stammzellenspende verhelfen. Robin sei Dank! (kb)

Bürger bauen ihren Radweg selber

Westerkappeln - Freie Fahrt für Radfahrer in Westerkappeln auf sicheren Wegen, das wollen die beiden Radweginitiativen der Gemeinde. Seit Sommer 2007 investieren ehrenamtliche Bauarbeiter jede Menge Schweiß und Muskelkraft und bekommen im Gegenzug für ihren Einsatz finanzielle Unterstützung von Land und Gemeinde. Die Arbeit geht voran. Vor einigen Wochen wurde der zweite Bauabschnitt der Interessengemeinschaft Seester Radweg im Norden Westerkappelns erfolgreich beendet. Im kommenden Jahr soll der dritte und letzte, 1,75 Kilometer lange Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Im Süden ist die Interessengemeinschaft Radweg Velpe-Westerkappeln ebenfalls mit zahlreichen Freiwilligen weiter im Einsatz. (kcp)

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