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PASTOR HONERMANN BLICKTE ZURÜCK

Löschzug Vorhelm: Für neue Uniformen ging es in den Knast

Christian Wolff

Vorhelm - Brände und Unglücke gab es zu jeder Zeit - eine Feuerwehr nicht. Doch wann begann sie, die Geschichte der Vorhelmer Feuerwehr? Eine Frage, die Pastor Hermann Honermann zwar nicht mit Sicherheit beantworten kann. Aber er kann sie relativ genau eingrenzen. Am Mittwoch brachte der Geistliche ein wenig mehr Licht ins Dunkel der Historie und berichtete am Mittwochnachmittag vor der Alters- und Ehrenabteilung des Löschzugs Vorhelm, was er herausfinden konnte.

„Belegt ist: Im Jahr 1862 musste die Vorhelmer Feuerwehr helfen, einen Brand in Beckum zu löschen“, berichtete Honermann aus den Aufzeichnungen von Hubert Heimann, der sich bereits vor vielen Jahren für die Festschriften des Löschzugs mit der Geschichte befasst hat. Doch die Vorhelmer Wehr hat eine noch ältere Geschichte: „1841 gab es einen Brand beim Kötter Untiedt in Ahlen. Auch dort waren Vorhelmer im Einsatz. Zumindest von diesem Jahr an ist die eigene Feuerwehr nachgewiesen“, hielt Honermann fest. „Wir haben es also Bränden in anderen Städten zu verdanken, dass wir heute noch etwas über unsere eigene Dorfgeschichte erfahren.“

Solche Erkenntnisse könnten natürlich immer wieder „umgeworfen“ werden, wenn weitere Dokumente auftauchen. Ansatzpunkte dafür sind jedenfalls schon jetzt da: „Im Urkataster von 1830 ist bereits ein Spritzenhaus verzeichnet, das am Hellbach nahe der Kirche stand“, hat der Pastor festgestellt. Nachgewiesen ist auch die Einführung einer Brandversicherung durch den Fürstbischof im Jahr 1768, die Bewohner auch zur Ergreifung von Brandschutzmaßnahmen aufforderte - und ihnen zugleich noch die Einführung der Hausnummern bescherte. „Für die Versicherung mussten nämlich alle Häuser erfasst werden“, erklärte Honermann.

Nach dem Spritzenhaus nahe der St.-Pankratius-Kirche wurde eines neben der Volksschule erbaut, anschließend genau gegenüber (heute „Villa Winzig“). Im Jahr 1973 entstand das heutige Gerätehaus. „Ob wir noch ein fünftes erleben?“, fragte Hubertus Heimann, heutiger Zugführer augenzwinkernd in die Runde.

Interessantes aus der neueren Wehr-Geschichte konnten aber auch einige Mitglieder der Ehrenabteilung beisteuern. So erinnerte sich Günter Hein noch an die Zelle, die sich in der Wache an der Schulstraße befand. „Darin musste ich mal eine Nacht verbringen - wegen Überschreitung der Sperrstunde.“ Viel wurde auch aus eigenen Mitteln beschafft. Alfons Heuckmann, seit 1946 bei der Feuerwehr, weiß noch, woher einst „neue“ Uniformen kamen: aus dem Knast in Werl. Ausgemusterte Stücke der Polizei . . .

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