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„Loving Annabelle“: Toleranzschnulze

Gian-Philip Andreas

Ein aufmüpfiges Mädchen wird von den Eltern in ein katholisches Internat gesteckt, wo es natürlich weiterhin aufmüpfig ist und sich obendrein noch an die attraktive Literaturlehrerin heranmacht, was phasenweise zu Soft-Erotik wie im RTL-II-Nachtprogramm führt.

Klingt wie ein Mix aus „Hinter Gittern“ und dem lesbisch verklausulierten Romy-Schneider-Klassiker „Mädchen in Uniform“, entpuppt sich aber schnell als belanglose, sowohl inszenatorisch als auch dramaturgisch stark unterdurchschnittliche Toleranzschnulze auf ausgetretenen Bahnen, deren Kritik an Bigotterie und Heuchelei offene Türen eintritt.

Das dürftige Drama läuft am Montag in der neuen Reihe „Queer Monday“. Nach „Wilde Unschuld“ und „Loving Annabelle“ wird es aber jetzt schon Zeit, das Programm zu überdenken. Sonst könnten die Zuschauer noch auf die Idee kommen, das aktuelle queere Kino bestünde bloß aus eindimensionaler, vorhersehbarer Klischeeware auf schlappstem Fernsehniveau.

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