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Lufthansa: Streiks halten an – Folgen nehmen zu

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Frankfurt/Main – Der Streik bei der Deutschen Lufthansa geht heute (Mittwoch) in den dritten Tag. Erstmals werden auch Langstreckenflüge gestrichen. Wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte, fallen voraussichtlich acht Interkontinentalflüge aus. Zudem werden wie schon am Dienstag rund 70 Kurzstreckenflüge nicht stattfinden, weil weiterhin neun Maschinen mangels Wartung außer Betrieb sind. Die insgesamt 78 Flugstreichungen entsprechen laut Lufthansa gut vier Prozent des geplanten Flugangebots.

Betroffen sind im Langstreckenbereich Flüge von Frankfurt nach New York, Calgary in Kanada und Kalkutta in Indien sowie die jeweiligen Rückflüge. Zudem kann von München aus eine Maschine nicht nach Chicago und zurück fliegen. Lufthansa hatte ursprünglich angekündigt, auch bei einem Streik zumindest die Langstrecken fliegen zu wollen.

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di werden die Auswirkungen von Tag zu Tag zunehmen. An den Streiks beteiligten sich nach Angaben von ver.di an den ersten beiden Tagen jeweils rund 5000 Mitarbeiter. Lufthansa versucht laut ver.di durch den Einsatz von Fremdfirmen, die Folgen für die Passagiere abzumildern. Wegen des Streiks beim Bodenpersonal etwa hat Lufthansa die Wartung ihrer Flugzeugflotte zum Teil ins Ausland verlegt.

Die Gewerkschaft hatte am Dienstag neben den Schwerpunkten in Frankfurt und Hamburg erstmals auch Berlin in die Arbeitskämpfe einbezogen. Am Abend folgte Stuttgart. Zahlreiche Servicemitarbeiter hätten mit Beginn der Nachtschicht ihre Arbeit ruhen lassen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Wenig später sollten auch Mitarbeiter von Technik und Logistik folgen.

„Ab Dienstagabend sind alle Standorte der Lufthansa in Deutschland in den Arbeitskampf einbezogen“, hieß es in einer ver.di-Mitteilung. Allerdings seien die Geschäftsfelder je nach Standort unterschiedlich an dem seit Montag 0.00 Uhr laufenden Streik beteiligt. Bis Mittwochmittag soll der Arbeitskampf Gewerkschaftsangaben zufolge auf alle Schichten bei Technik, Logistik und Service in Stuttgart ausgedehnt werden.

Die Arbeitsniederlegungen betreffen vor allem die Wartung und das Catering. In diesen Bereichen hat ver.di relativ viele Mitglieder. Das Kabinenpersonal, dass meist bei der konkurrierenden Gewerkschaft UFO organisiert ist, beteiligte sich nicht. UFO will später 15 Prozent mehr Geld durchsetzen, ver.di fordert 9,8 Prozent. Auch die Piloten der Konzernmutter, die von der Vereinigung Cockpit vertreten werden, befinden sich nicht im Streik. ver.di will den Arbeitskampf fortsetzen, bis Lufthansa ein deutlich verbessertes Angebot signalisiere.

Unterdessen stellte die größte deutsche Fluggesellschaft am Dienstagabend erste Eckdaten ihrer Halbjahreszahlen vor. Demnach stieg der operative Gewinn um etwa 45 Prozent auf 705 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um fast 20 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro.

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