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Mädchen entführt und misshandelt - Familie bleibt frei

Münster/Rheine. Vorzeitig ging am Montag der Prozess vor der 3. Großen Strafkammer, am Landgericht Münster zu Ende, wo sich sechs Angeklagte aus Niedersachen wegen erpresserischen Menschenraubs verantworten mussten. Nach der Beweisaufnahme war die Kammer davon überzeugt, dass die angeklagten Familienmitglieder – es handelt sich um ein Ehepaar und vier Söhne im Alter von 21 bis...

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Münster/Rheine - Vorzeitig ging am Montag der Prozess vor der 3. Großen Strafkammer am Landgericht Münster zu Ende, wo sich sechs Angeklagte einer Roma-Familie aus Niedersachsen wegen erpresserischen Menschenraubs verantworten mussten. Nach der Beweisaufnahme war die Kammer davon überzeugt, dass die angeklagten Familienmitglieder – es handelt sich um ein Ehepaar und vier Söhne im Alter von 21 bis 61 Jahren – ein erpresserischer Menschenraub nicht nachzuweisen war. Die Angeklagten wurden aber wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr verurteilt. Sie hatten am 13. November 2006 in Rheine auf offener Straße eine Frau entführt und diese später misshandelt. Das 21-jährige Opfer hatte sich von einem Angeklagten getrennt und sollte deshalb bestraft werden. Dass auch die Familie der 21-Jährigen – so lautete ursprünglich die Anklage – um mehr als 100 000 Euro erpresst werden sollte, konnte nicht festgestellt werden. Die Angeklagten hatten sich am zweiten Verhandlungstag zu dem Tatvorwurf eingelassen und gestanden, dass sie die Frau entführt und geschlagen hatten. Auch gaben sie zu, dem Opfer die Haare abgeschnitten und den Kopf rasiert zu haben. Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend dem Antrag des Staatsanwaltes der Bewährungsstrafen von neun Monaten bis zu einem Jahr beantragt hatte. In ihrem Schlusswort haben sich die Angeklagten bei der 21-Jährigen, die als Nebenklägerin den Prozess verfolgte, entschuldigt und gesagt, dass es ihnen das Geschehen leid tut.

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