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Peter Maffay

Maffay in Münster: Ein Fest mit Freunden

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Münster - Münster ist deutlich spürbar etwas Besonderes. Schließlich nahm hier Udo Lindenberg einst die Deutschrock-Keimzelle auf und setzte sie in den fruchtbaren Hamburger Boden, auf dass sie jahrzehntelang sprieße – und Früchte trage wie Peter Maffay. Der spielte am Mittwoch in der Halle Münsterland, und das Konzert war bisweilen ein Fest mit Freunden. Die Bande seiner Band nach Münster sind noch eng.

Maffay mag Unkonventionelles, und so begann der Abend ungewohnt: Als das Saallicht verloschen ist, kommt er plötzlich hinterm Vorhang hervor und erzählt erstmal: vom neuen Album, von der aktuellen Tour durch Konzerthallen und Philharmonien, die nur selten in Hallen wie der in Münster führt. Und von den Erinnerungen an Münster. Schelmisch: „Viele sind positiv . . .“ Schließlich bittet er zwei Gitarristen zu sich, und das Konzert beginnt mit dem musikalischen Vorwort „Schnee, der auf Rosen fällt“.

Den Abend haben Peter Maffay und seine Band, die diesmal verstärkt wurde durch Percussionist Ray Cooper, Sängerin Eva Leticia Padilla und den einstigen Weggefährten Frank Diez als gelegentlichem Gast-Gitarrist, konsequent in drei Teile geteilt. Zum Auftakt konzentrierten sie sich auf Titel vom aktuellen Album „Ewig“. Dabei legten sie einen Schwerpunkt auf die flotten Songs wie „Ich kann wenn ich will“, die Maffay gerne „Gassenhauer“ nennt.

Ein kurzes Intermezzo boten Mitglieder der Maffay-Band. Bertram Engel (aus Burgsteinfurt), seit Jahrzehnten Trommler bei Maffay und Lindenberg, freute sich, „zu Hause“ spielen zu können, Gitarrist Carl Carlton stellte einen eigenen Song vor, Multiinstrumentalist Pascal Kravetz grüßte mit seiner Einlage „einen meiner besten Freunde“ im Publikum: Steffi Stephan, „Jovel“-Chef und einst auch Maffays Bassmann.

Weil der auch zu Maffays besten Freunden gehört, wie er am Mittwoch betonte, durfte auch er auf der Bühne nicht fehlen: Als die Musiker im dritten Abschnitt der Show alte Titel spielten, zupfte er zu „Eiszeit“ den Bass.

Musikalisch hatte sich die Band in diesem Jahr bewusst etwas zurück genommen. Absichtlich steuert sie über 50 mal kleinere Hallen an, um feine Arrangements hörbar zu machen. Und so war das Konzert weniger laut als gewohnt, häufig herrschten akustische Instrumente. Selbst das selten gespielte „Du und ich für immer“ aus dem vergleichsweise elektronischen Album „X“ kam nahezu unplugged daher. Die Fans nahmen es begeistert auf, nur Gelegenheits-Maffay-Hörer werden so manchen sonst obligatorischen Hit („Sonne in der Nacht“) vermisst haben.

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