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Filmrezensionen

Mal wieder ein Tanzfilm

Gunnar A. Pier

Normalerweise kann man davon ausgehen, dass ein Film, der von der demokratisch organisierten „Internet Movie Database“ unter die schlechtesten Filme aller Zeiten gezählt wird, immerhin einen beträchtlichen Unterhaltungswert besitzt – aufgrund eines hohen Trash-Faktors, ulkig missglückter Dialoge und kolossal versagender Schauspieler.

„Stomp the Yard“ kann mit all dem auftrumpfen, ist aber gar nicht unterhaltsam. Die Geschichte vom schuldgeschüttelten Ghetto-Boy, der an einem Elite-College zu sich selbst und zu einer Kommilitonin mit Modelfigur findet, setzt vielmehr neue Maßstäbe in Sachen Vorhersehbar- und Klischeehaftigkeit.

Columbus Short, Choreograf des nicht minder trostlosen Breakdance-Dramoletts „Street Style“, spielt diesen Straßentänzer, der sich nicht nur zwischen zwei Tanz-Burschenschaften, sondern auch noch zwischen Liebe und Studium entscheiden soll. Das ist humorlos und reizt bis zum unvermeidlichen Schluss-Wettkampf zum Gähnen.

Der mit HipHop-Elementen gewürzte Stepptanzstil Shorts sieht drollig aus, irgendwo zwischen Fliegen-Wegwedeln, Käfer-Tottreten und Schuhplatteln, wird aber von Regisseur Sylvain White nur in Zeitlupe oder mit High-Speed-Kamera präsentiert, so dass sich die Virtuosität der Show schwer einschätzen lässt. Man könnte also alternativ auch das Gras beim Wachsen beobachten; es wäre wohl um ein Vielfaches spannender.

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