1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „Man on Wire“: Über dem Abgrund

  6. >

Filmrezensionen

„Man on Wire“: Über dem Abgrund

Hans Gerhold

Buchstäblich über einem doppelten Abgrund – geographisch und historisch – schwebt in „Man on Wire“ der französische Teufelskerl Philippe Petit.

Der verwirklichte 1974 seinen Traum, als er in einer mit vielen Helfern geheim vorbereiteten Aktion von einem Dach der damals gerade errichteten Twin Towers in New York über ein Drahtseil zum anderen Dach balancierte. Die Twin Towers sind seit 2001 Geschichte.

Der Drahtseilakt des ungewöhnlichen Türmers wurde gefilmt, blieb jahrelang unbeachtet. Aus dem Material inszenierte der Amerikaner James Marsh 2007 einen sehr amüsanten Dokumentarfilm, weil er das Geschehen, das nur wenige Minuten in Anspruch nahm, wie einen „Rififi“-Bankraub-Krimi anlegt.

Da schmuggeln die Helfer Material und Kamera auf die Türme hinauf, da muss es in den entscheidenden Minuten schnell gehen. Zusätzlich ist der Film durch biografisches Material und vergleichbare Aktionen Petits, der auch über dem Opernhaus von Sydney balancierte, aufgelockert. Ein sympathischer Traumtänzer.

Startseite