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Filmrezensionen

"Männer, die auf Ziegen starren": Vom Highsein und Freisein

Hans Gerhold

Ein komplett irrer Film wie „Männer, die auf Ziegen starren“ kann nur auf wahren Hintergründen basieren. In diesem Fall auf den von der U.S.Army seit 1980 finanzierten geheimen Versuchen, eine Truppe von Supersoldaten mit paranormalen Fähigkeiten auszubilden, die als Jedi-Krieger auf Mission gehen und militärische Operationen verändern sollen: mit Blicken und Blumen, Rauschgift und Fremdwahrnehmung.

Was sich völlig absurd anhört, ist eine ebenso absurd komische wie schwarzhumorige Militärsatire geworden, die in der Tradition von Filmen wie „MASH“ und „Catch 22“ steht und mit Irrsinn den Wahnsinn der Kriegsführung unterläuft.

Ewan McGregor, gerade als „Ghostwriter“ im Kino unterwegs, spielt den Journalisten Bob Wilson, der gern ein Held wäre, es aber nicht schafft. Per Zufall gerät er 2003 in Kuwait an Lyn Cassady (George Clooney) und begleitet den für die New Earth Army genannte Einheit arbeitenden Jedi-Krieger auf einer abenteuerlichen Odyssee durch den Irak.

Während sie ihren Wagen in der Wüste auf den einzigen Felsen weit und breit fahren, wird in Rückblenden die Geschichte der sonderbaren Elite-Einheit erzählt. Deren Commander kann keiner besser spielen als Jeff „The Big Lebowski“ Bridges, der mit Hippiezopf und LSD im Trinkwasser dafür sorgt, dass Highsein und Freisein völlig neue Erfahrungen werden. Soldaten, deren Blick das Herz einer Ziege zum Stillstand bringen kann, stehen ja wohl jenseits normaler Maßstäbe.

Der Film blickt auf das kuriose Treiben mit spürbarer Sympathie, weshalb die Psycho-Jedis nie zur Karikatur werden, sondern ganz normal erscheinen. Sinn für solche Paradoxien sollte man mitbringen, dann funktioniert die Geschichte noch besser. Alle Schauspieler, darunter Kevin Spacey als Verräter, agieren mit großer Spielfreude, und wer George Clooney in Badelatschen und mit bloßem Hinterteil anstarren will, hat hier die Gelegenheit.

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