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Martiniviertel: Viele Busse - kaum Perspektiven

Klaus Baumeister

Münster - Ist das Martiniviertel das Stiefkind der münsterischen Altstadt? Am Ende einer Bürgerversammlung, zu der die CDU am Montagabend ins Rathaus eingeladen hatte, lag diese Schlussfolgerung nahe.

Eigentlich sollte es bei dem Gespräch, an dem rund 50 Kaufleute, Anwohner und Hauseigentrümer aus dem Quartier teilnahmen, nur um die geplante Bebauung des Parkplatzes an der Hörsterstraße gehen.

Doch dann kamen immer mehr Probleme auf den Tisch. Thomas Vieth, Sprecher der Kaufleute an der Hörsterstraße, erhielt dann auch Applaus und zustimmende Blicke, als er festhielt: „Wenn nicht bald eine Änderung eintritt, wird es einen dramatischen Umbruch im Martiniviertel geben.“

Folgende Kritikpunkte wurden bei der Bürgerversammlung geäußert:

» Der Busverkehr auf der engen Hörsterstraße ist nach Ansicht der Anwohner „grenzwertig“. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen für Passanten auf den schmalen Bürgersteigen.

» Der Verkehr auf der Tangente vom Mauritztor bis zum Neutor - einschließlich der stark frequentierten Bushaltestelle am Bült - riegelt das Martiniviertel von anderen Teilen der Altstadt ab. Angeregt wurde deshalb ein Lkw-Verbot auf der Tangente.

» Die vielen Trauungen im Standesamt im ehemaligen Lotharinger Kloster, zu denen Auswärtige anreisen, lösen regelmäßig ein Parkchaos aus.

» Die Regionalbusse, die auf der Lotharingerstraße abgestellt werden, werden als störend empfunden.

» Es fehlt ein Konzept für den Radverkehr. Die Hörsterstraße ist die direkte Verbindung zwischen dem Alten Fischmarkt und dem Bohlweg. Mit der Folge, dass sich Busse und entgegenkommende Radler in die Quere kommen.

Deutliche Kritik wurde an dem Vorschlag des Bau- und Planungsdezernenten Siegfried Thielen geübt, im Falle einer Bebauung des Parkplatzes an dieser Stelle keine öffentlichen Stellflächen mehr vorzuhalten. Mit dem Neubau des Parkhauses Alter Steinweg gebe es ein „ausreichendes Angebot“, so Thielen. Die Kaufleute der Hörsterstraße hielten dem entgegen, dass fehlende Parkplätze im Quartier die Attraktivität noch weiter schwächen würden. Bereits jetzt gebe es einen regelrechten „Sog“ raus aus dem Martiniviertel.

Deutlich wurde auch der Wunsch nach einer kleinteiligen Struktur, sollte es zu einer Bebauung kommen. „Ich möchte auch weiterhin die Lambertikirche sehen können“, so ein Anwohner.

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