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Lenz Musik

Mary J. Blige: „Gott ist der Einzige, dem ich traue“

wn

Ein „Diese Frage beantworte ich nicht“ gibt es bei ihr nicht. Über ihre schreckliche Kindheit im New Yorker Vorort Yonkers spricht sie ebenso offen wie über ihre einstige Drogen- und Alkoholsucht. Gewalt, sagt sie, sei in ihrer Jugend allgegenwärtig gewesen: „Einmal musste ich sogar zusehen, wie ein Mann meiner Tante mit der Faust mitten ins Gesicht schlug.“

Diese Albträume hat sie längst hinter sich gelassen. Vergessen hat sie sie allerdings nicht: „Ich muss mich jeden Tag wieder daran erinnern, dass ich glücklich sein will, nicht depressiv.“ Mit dem Lied „Just Fine“ macht sie sich selbst Mut: „Schöne Tage sind rar gesät, darum sollte man jede Sekunde genießen – zumal man ja nicht weiß, was morgen sein wird.“

Diese Weisheit hat Mary J. Blige mit R'n'B-Beats unterlegt, bei „Grown Woman“ dagegen rappt sie im Duett mit Ludacris. Und den zeitlosen Lovesong „Shake Down“ schmachtet sie mit Usher. Ein Höhepunkt der CD ist sicherlich die kraftvolle Clubnummer „Work That“, sie hat die Botschaft „Liebe dich selbst.“: „Gerade Frauen sind ja sehr selbstkritisch. Sie finden sich zu dick oder schimpfen über ihre Haare. Hey, das bringt doch nichts. Wir müssen mit dem zufrieden sein, was Gott uns gegeben hat.“

Die Musikerin jedenfalls vergisst das nie, sie betet täglich. Wie ihr Mann, der Produzent Kendu Isaacs, ist sie sehr gläubig: „Auf Menschen verlasse ich mich nicht, Gott ist der Einzige, dem ich bedingungslos traue.“

Gleichwohl arbeitet sie auch selbst an sich, erklärt Mary J. Blige: „Ich bin nicht mehr so verletzlich wie früher. Inzwischen habe ich begriffen: Wenn ich als Mensch wachsen will, dann muss ich halt auch mal schmerzliche Erfahrungen machen.“

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