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islamistischer Terror

Massive Terroranschläge vereitelt: „Viele sollten sterben“

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Berlin - Deutschland ist vor dem bislang schlimmsten Terroranschlag noch einmal davongekommen. Islamistische Extremisten planten, mit Autobombenattentaten gleichzeitig mehrere Blutbäder anzurichten. Generalbundesanwältin Monika Harms sprach von „einer der bislang schwerwiegendsten Anschlagsplanungen. Viele sollten sterben.“

Polizisten überwältigten bereits am Dienstag drei Männer – zwei Deutsche und einen Türken – in einem Ferienhaus im Sauerland, als sie aus den vorhandenen Bestandteilen die Bomben zusammenbauen wollten. Gegen sie erging am Mittwoch Haftbefehl. Gegen mehrere weitere Verdächtige werde zudem ermittelt. In mehreren Bundesländern wurden insgesamt 41 Objekte durchsucht und Unterlagen, Computer und Bargeld sichergestellt.

Als mögliche Ziele wurden der Frankfurter Flughafen und die US-Basis Ramstein genannt, auch Gaststätten oder Diskotheken, die vorwiegend von Amerikanern besucht werden. Die Behörden äußerten sich dazu nicht. Allerdings sagte der Chef des Bundeskriminalamtes, Ziercke, das „leitende Motiv“ der Terrorgruppe sei „Hass gegen amerikanische Staatsbürger“. Die Männer waren seit Ende letzten Jahres Tag und Nacht im Visier von rund 300 Fahndern. Ob die deutsche Zelle der islamistischen Dschihad-Union ein festes Datum anvisierte, blieb offen. Spekuliert wurde über den Jahrestag der 11.-September-Anschläge.

Kanzlerin Merkel und Innenminister Schäuble lobten die „gute und erfolgreiche Arbeit“ der Sicherheitsbehörden. Die Planungen für die Anschläge seien „mit großer Intensität und hoher konspirativer Energie“ betrieben worden, sagte Schäuble. „Offensichtlich“ sei die Verbindung mit El Kaida.

Das EU-Parlament hat beschlossen, dass die strengen Auflagen zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck in Flugzeugen wieder aufgehoben werden. „Ein Sicherheitsgewinn bei der Terrorbekämpfung ist nicht ersichtlich“, sagte der EU-Abgeordnete Jarzembowski. Die Auflagen waren nach verhinderten Anschlägen in Großbritannien eingeführt worden.

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