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Mehr als eine Beruhigungspille

Wolfgang Kleideiter

Die von der Bundesregierung aufgezogene Milliardenspritze wird gesetzt. Und die damit verabreichte zehnstellige Euro-Dosis sollte das von Ärztevertretern zuletzt immer lauter angestimmte Wehklagen zur Honorarlage in den deutschen Arztpraxen wenigstens etwas dämpfen. Denn bei einem mehr als zehnprozentigen Aufschlag kann man nicht mehr von einer Beruhigungspille reden.

2009 wird für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten deutlich mehr Geld im gedeckelten Topf sein. Zudem wandert zeitgleich das unselige und kaum durchschaubare Punktesystem endlich in die Tonne. Mehr Transparenz, mehr Euro und Cent – mit dieser Diagnose sollte man (über-)leben können.

Risiken und Nebenwirkungen dieses Milliarden-Eingriffs spüren ohnehin in erster Linie die Beitragszahler, deren Bruttoeinkommen für die Honorarerhöhung herhalten muss. Sie können sich schon einmal darauf einrichten, dass ihnen angesichts solcher Entscheidungen der künftige Gesundheitsfonds ab dem Neujahrstag Bauchgrimmen bereiten wird.

Momentan liegt der Beitragssatz im Schnitt bei 14,9 Prozent. Diese Marke wird bis November, wenn der Einheitsbeitrag festgezurrt wird, garantiert übertroffen. Dass augenblicklich noch niemand die exakten Planzahlen kennt und über den Kassen-Etats 2009 nur ein großes Fragezeichen schwebt, muss dabei eher beunruhigen.

Fakt ist: Vier Monate vor dem Start des gesundheitspolitischen Versuchsballons der Bundesgesundheitsministerin sind alle Seiten bemüht, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Das kalte Wasser überlässt man gerne dem Versicherten.

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