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Mehr Fragen als Antworten bei Info-Abend zu Magnus in Ibbenbüren

Claus Kossag

Ibbenbüren. Wer auf den letzten Drücker kam, hatte es am Montagabend im Saal des Gasthofs Kunze schwer, noch einen Sitzplatz zu ergattern. Mehr als 100 Interessierte waren der Einladung der Interessengemeinschaft Südliche Innenstadt gefolgt. Das Thema Dauer-Ärgernis Magnus-Ruine zog. Was nicht für den niederländischen Investor Blom International galt. Kein Sprecher des Eigentümers der Magnus-Immobilie war vor Ort. Und damit blieben natürlich entscheidende Fragen auch nach zwei Stunden Diskussion offen.

Als hätten das die Initiatoren geahnt: Zu Beginn der Veranstaltung wurden Postkarten verteilt. Darauf gibt es diverse Ansichten der Magnus-Ruine und den Spruch „Grüße aus dem schönen Ibbenbüren“ nebst Stadtwappen. Bereits voradressiert auf der Rückseite: Blom International in Rijsbergen in den Niederlanden. Am Ende der Versammlung appellierte Richard Frank, Sprecher der IG Südliche Innenstadt und Moderator des Abends, reichlich Gebrauch von den Postkarten zu machen. Und Blom ein paar Worte zu gönnen, freundlich oder auch schärfer. Denn, so Franks Fazit: Der Druck im Kessel muss erhöht werden.

Warum, das machten Frank und andere Geschäftsleute noch einmal deutlich. Acht Jahre nach der Magnus-Insolvenz und mehr als ein Jahr Abbruch-Ruine sei die Situation nicht länger zu akzeptieren und auszuhalten. Das belaste die umliegenden Geschäfte wirtschaftlich. Und es sei auch für die gesamte Ibbenbürener Innenstadt ein Problem. Zentrale Frage: Wie ist Blom zu bewegen, wenigstens schon einmal abzureißen?

Stadtbaurat Robert Siedler erklärte, aktuell gehe es darum, dass Blom nach dem Ruhen der Abbrucharbeiten einen wegen der Asbestproblematik von einem Sachverständigen begleiteten Abriss (wir berichteten) über den Kreis wieder in die Wege leiten müsse. Und dann: „Er möchte die Ruine jetzt zeitnah abreißen.“ Das Gelächter war angesichts ähnlicher Ankündigungen nachvollziehbar. Siedler ergänzte, es seien entsprechende Anträge gestellt, auch für eine Transportgenehmigung eines überbreiten Baggers. „Gab es auch schon einmal“, merkte eine Kauffrau an. Bürgermeister Heinz Steingröver fügte hinzu, auch er habe Kontakt mit Blom gehabt und er solle ausrichten, „noch im April wird abgerissen“. Steingröver: „Die Ruine muss weg, das hat Blom begriffen.“

Auch Kaufmann Hans-Georg Löbbers sagte, nach seinen Informationen gebe es mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen baldigen Abbruch. Und meinte, Internet-Bewertungen von Blom International schadeten der Reputation des Unternehmens, auch so könne Druck aufgebaut werden. Den wolle auch die Stadt erhöhen, so Siedler, indem alle baurechtlichen Möglichkeiten mit Blick auf den jetzigen Zustand der Immobilie ins Kalkül gezogen worden seien. Viele Zuhörer blieben unsicher und so wurde die Frage an Heinz Steingröver formuliert: „Woher nehmen Sie den Optimismus für einen Abriss im April?“

Und nach einem Abriss? Auch da blieben angesichts der Abwesenheit von Blom Fragen offen. Hat er noch mögliche Ankermieter an der Angel? Wird er nun vielleicht doch, wie andere Kaufinteressenten zuvor, stärker den Wohnungsbau berücksichtigen? Ist er vielleicht bereit, das Objekt an andere Interessenten zu verkaufen? Gibt es andere Investoren? Sollte die Stadt einsteigen? Oder ein Konsortium unter Federführung der Banken?

Es blieb ein Stück weit Ratlosigkeit am Montag. Aber die Erkenntnis, dass der Protest gegen den Ist-Zustand auf breite Basis gestellt werden soll. Und die Hoffnung, dass den Abriss-Ankündigungen Taten folgen. Das hatten wir allerdings schon so oft.

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