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Mehr Lehrstellen im Münsterland - IHK und Handwerkskammer melden Plus

Jürgen Stilling

Münster - Für Guntram Schneider ist die Zielrichtung klar: „Jeder junge Mensch, der eine Berufsausbildung anstrebt, soll ein Angebot bekommen“, kündigte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister am Donnerstag in Münster an. Schneider war Gast der regionalen Ausbildungskonsens-Runde, die in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Münster tagte.

Schneider betonte, dass die Unterschiede der Lehrstellensituation innerhalb der Region gewaltig seien. Während im Münsterland in manchen Arbeitsamtsbezirken für jeden Lehrling ein Ausbildungsplatz vorhanden sei - so etwa in Münster und im Kreis Warendorf - gebe es in Gelsenkirchen und Recklinghausen eine massive Unterversorgung. Schneider resümierte: „Das Münsterland ist in ordentlicher Form.“

Insgesamt meldete die IHK gestern für Münsterland und Emscher-Lippe-Region bis Ende September den Abschluss von über 10.000 Ausbildungsverträgen für einem IHK-Beruf - ein Plus von drei Prozent gegenüber dem September 2009. Auch Knut Heine, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, berichtete für das Handwerk von einem Anstieg der Zahl neuer Lehrstellen um 4,7 Prozent auf 5379.

„Die Ausbildungsleistung der Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ist seit vielen Jahren auf höchstem Niveau“, betonte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer. „Die Unternehmen wissen, dass sie dem drohenden Fachkräftemangel am besten durch Ausbildung im eigenen Unternehmen vorbeugen können“, erklärte Hüffer die anhaltend hohen Ausbildungszahlen. „Je mehr junge Menschen wir heute ausbilden, desto größer werden unsere Wachstumschancen in den nächsten Jahren sein“, ist er überzeugt.

Besorgt schaut er deshalb auf die Zahl der Schulabgänger. Nach den vorliegenden Berechnungen wird sie bis zum Jahr 2019 um rund 17 Prozent auf etwa 26 500 zurückgehen. „Spätestens nach dem doppelten Abiturjahrgang 2013 bekommt jedes Unternehmen den Wandel zu spüren“, warnte der IHK-Präsident. Er rät deshalb den Unternehmen, auch Jugendlichen, die bislang weniger Chancen auf eine Lehrstelle hatten, noch stärkere Beachtung zu schenken.

Minister Schneider stellte in diesem Zusammenhang klar: „Der Schatz der jungen Leute mit Migrationshintergrund muss im Interesse der Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften unbedingt gehoben werden.“

Der IHK-Präsident kündigte einen Endspurt mit allen am regionalen Ausbildungskonsens beteiligten Partnern an: „Bis zum Ende des Jahres werden wir allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen, die bislang noch keine Lehrstelle haben, ein Angebot machen.“

Im Anschluss an seine Stippvisite in Münster besuchte der NRW-Arbeitsminister im Rahmen seiner Ausbildungstour die Firma Hazemag & EPR in Dülmen.

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