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Meike Hoffmeister ist Iron(wo)man

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Ahlen - Vor kurzem war es wieder soweit: Mit gut 1300 anderen Triathleten wartete Meike Hoffmeister vom Tri-As Hamm vor Sonnenaufgang auf den Start des Ironman Lanzarote.

Bei diesem Wettbewerb über die sogenannte Langdistanz werden 3,8 Kilometer schwimmend im teilweise welligen Atlantik zurückgelegt. Anschließend führt eine 180 Kilometer lange Radstrecke über die gesamte Insel, wobei stetiger Wind und 2600 HM diese Veranstaltung zur härtesten ihrer Art machen.

Der abschließende Marathon führt über vier Runden entlang der Strandpromenade von Puerto del Carmen und stellt für die Athleten unter der afrikanischen Sonne den abschließenden Härtetest dar.

Selbst Profis benötigen bei diesem Wettkampf bis zu eine Stunde mehr als bei vergleichbaren Veranstaltungen.

Die Sportlerin aus Ahlen startete zum ersten Mal über diese Distanz und hatte sich in den letzten acht Monaten mit bis zu 15 Stunden Training pro Woche auf diesen Tag vorbereitet. In dieser Zeit kamen 2800 Kilometer auf dem Rennrad, 1800 Kilometer auf dem Ergometer, 102 Schwimmkilometer und knapp 1000 Laufkilometer zusammen, von denen die zweifache Mutter einen Teil während eines zweiwöchigen Trainingslagers auf der Kanareninsel gesammelt hatte.

So vorbereitet war Hoffmeister guter Dinge, als um 7 Uhr der Startschuss fiel und sie sich kurz nach den Profis ins 19 Grad Celsius warme Wasser begab. Nach den anfänglichen Positionssuchen verlief die erste Runde fast ohne Komplikationen. Lediglich ein Tritt gegen den Kopf führte fast zum Verlust der Schwimm-Brille. Nach einem kurzen Landgang ging es dann ein zweites Mal ins Wasser und nach 1:21 Stunden war die erste Disziplin erfolgreich gemeistert.

In der ersten Wechselzone hieß es dann Neoprenanzug aus, viel Sonnencreme auf die Haut und dann ab aufs Rad.

Bei Windstärke vier bis fünf wurden so einige Anstiege gefühlt noch länger, aber die großartige Vulkanlandschaft und herrliche Ausblicke auf die nahe gelegene Nachbarinsel ließen so manche Anstrengung vergessen.

Meike Hoffmeister hatte lediglich ein kurze Zwangspause, um die durch den starken Wind losgelöste Startnummer zu befestigen und erreichte nach 6:59 Stunden die zweite Wechselzone. Dummerweise vergaß sie beim Anziehen der Kompressionssocken das Anlegen Ihres Zeitnahmechips und verbrachte die ersten eineinhalb Runden damit, einen zweiten Chip zu organisieren, was glücklicherweise auch gelang.

Nur die Wechselzeit und die genaue Marathonzeit wurde im Nachhinein vom Veranstalter errechnet. Nach 3:57 Stunden Laufzeit konnte die Ahlener Sportmedizinerin dann trotz eines Sturzes ihr Marathondebüt in einer fantastischen Zeit geben. 12:41:15 Stunden standen auf der Uhr, als der Einlauf mit den beiden Kindern an der Hand erfolgte und sich Hoffmeister als erste Frau aus den Reihen des Tri-As Iron(wo)man nennen durfte. Belohnung war Platz fünf der Altersklasse und Rang 30 bei allen Frau inklusive der 15 Profis. „Dieser Tag war die perfekte Belohnung für die Trainings-Strapazen der letzten Monate, wobei die Hauptschwierigkeit in der Organisation lag. Aber dank der tollen Mithilfe meiner Familie und der moralischen Unterstützung von Freunden, Bekannten und Kollegen wurde dieser Tag so erfolgreich, wie ich es mir gewünscht hatte“, so das Fazit der frischgebackenen „Eisenfrau“. Ob sie es wieder machen würde? Ein richtiges Nein war bisher nicht zu vernehmen...

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