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Meinungen gehen auseinander

Cedric Gebhardt

Ahlen. Fußball ist ein Sport, bei dem die Meinungen durchaus etwas häufiger auseinander driften. Während Klaus Linnemann beispielsweise eine harte, aber durchaus faire Partie gesehen hatte, beklagte Yilmaz Kodas „überall blaue Flecke bei jedem unserer 14 Spieler“. Was war passiert? Im Derby hatten sich Westfalia Vorhelm und Gaye Genclik 1:1 unentschieden getrennt. So weit, so gut.

Doch nicht nur bei der Bewertung der Gangart teilten sich die Ansichten – auch die Leistung des Kontrahenten wurde jeweils etwas anders interpretiert. Gayes Co-Trainer Yilmaz Kodas etwa meinte: „Wir waren nicht gut, wir waren schlecht, aber Vorhelm war noch schlechter.“ Das Gegenteil hatte TuS-Übungsleiter Klaus Linnemann gesehen: „Wir waren spielbestimmend und Gaye Genclik hat nur einmal auf unser Tor geschossen.“

Wenn man die Aussagen beider Trainer in einen Topf wirft, einmal kräftig durchrührt und anschließend den Spielverlauf auftischt, kommt in etwa folgendes Bild zustande, das der Wahrheit (hoffentlich) am objektivsten entspricht. So stimmen beide Seiten darin überein, dass die Gastgeber aus Vorhelm mehr Spielanteile hatten. Das nützte zunächst einmal wenig. Nach einem Stellungsfehler in der Abwehr lupfte Sükrü Kosar bereits nach sechs Minuten zur 1:0-Führung für die Gäste ein. Trotzdem irrte Gaye Genclik mehr über den Platz, als dass ihre Aktionen Hand und Fuß hatten. „Spielerisch war bei uns nicht viel möglich, wir haben lauter Fehlpässe produziert“, räumte Yilmaz Kodas ein. Zudem musste Suayip Dangir anstelle von Bülent Yilmaz den Libero mimen, was sich nicht eben als förderlich erwies. Die Westfalia konnte daraus jedoch vorerst kein Kapital schlagen. Nach und nach aber nahmen die Platzherren das Spiel in die Hand, schlossen ihre Aktionen aber phasenweise zu hektisch ab. Florian Gerdt, Andreas Kuhlmann und Markus Bergedieck blieben glücklos. Erst in der 66. Minute gelang den Vorhelmern das 1:1, das Markus Bergedieck per Kopf erzielte. Damit nicht genug wurden auf beiden Seite zwei Tore nicht anerkannt. Ein Freistoßtor von Andreas Kuhlmann wurde vom Schiedsrichter ebenso zurückgepfiffen wie ein (vermeintliches) Abseitstor durch Salih Korkmaz. So blieb es beim Gleichstand. Yilmaz Kodas war dennoch bedient: „Vorhelm hat gebolzt und getreten ohne Ende. Für derartige Fouls haben wir in den letzten Wochen die Rote Karte gesehen. Die aber wurden noch nicht einmal verwarnt“, echauffierte sich Kodas. Auch Klaus Linnemann war wenig angetan: „Es war für uns deutlich mehr drin, umso bitterer ist das 1:1.“ Beide Mannschaften bringt der Punkt jedenfalls nicht weiter. Wenigstens dies haben sie gemeinsam.

TuS Westfalia: Streich – Mart. Bergedieck, Vorholt, Richter, T. Pigorsch, Mark. Bergedieck, Langhorst (60. Krumkamp), Minch (46. D. Pigorsch), Jäger, Gerdt (85. Müller), Kuhlmann

Gaye Genclik: Saltabas – Gündüz, Dangir, Ayvaz, H. Altunel (70. Asam), Canakci, Güler (15. Ekin), Kodas (81. Caner), Bayhan, Korkmaz, Kosar

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