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Merkel und Sarkozy wollen mit einer Stimme reden

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Brüssel – Für Angela Merkel war es das erste und wichtigste Etappenziel: Die EU soll möglichst geschlossen auftreten, wenn der Welt-Gipfel nächste Woche in Washington die Weichen für eine Neuordnung der Finanzmärkte stellt. Unter dem Eindruck einer drohenden weltweiten Rezession haben die Staatenlenker der EU am Freitag in Brüssel ihre zum Teil tiefen Differenzen erst einmal beiseite geschoben.

Merkels Konzept ging alles in allem auf: Die EU wird bei dem Weltfinanzgipfel in Washington nicht mit einem fertig ausformulierten Konzept auftreten. Amerikaner, Chinesen, Japaner und den anderen „Großen 20“, die zum bislang größten Finanzgipfel der Geschichte zusammenkommen werden, sollen nicht den Eindruck bekommen: „Europa hat den Stein der Weisen gefunden.“ Abwehr-Koalitionen anderer Regierungen wären unvermeidbar.

Andere Länder – vor allem auch die Amerikaner – sehen das noch ganz anders. Die große Unbekannte dabei: Wie wird sich der neue USPräsident Barack Obama verhalten? Auch in dieser Einschätzung stimmen die Europäer überein. Es wird der erste Testfall für die neue amerikanische Regierung sein, wie sie es mit dem Multilateralismus hält. Ein gutes Zeichen: Bei ihrem ersten Telefonat nach der Präsidentenwahl sprachen Merkel und Obama am Donnerstag ausdrücklich von multilateralen Lösungen für die anstehenden Probleme in der Welt.

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