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Rund ums Haus

Minijobs im privaten Haushalt: Anmelden lohnt sich für beide Seiten

Annegret Schwegmann

Münster - Kein Satz fiel häufiger als dieser: „Ich würde meine Haushaltshilfe ja gerne anmelden. Aber sie will nicht.“ Samika Popat und Wolfram Koch antworteten auf diese Hinweise immer gleich: „Überzeugen Sie Ihre Haushaltshilfe“, rieten die beiden Experten der Minijob-Zentrale während einer Telefonaktion unserer Redaktion.

Geschätzte 4,5 Millionen Haushalte beschäftigen in Deutschland zumeist Frauen, die für sie putzen, kochen und bügeln. „95 Prozent davon machen es schwarz“, weiß Koch und befürchtet, dass sich die Mehrzahl der Minijobs im privaten Haushalt auch in den nächsten Jahren nicht legalisieren wird. Der Grund: Weder den Arbeitgebern noch den Arbeitnehmern ist bekannt, dass das Modell legaler Minijob für beide Seiten etliche Vorteile hat.

Die beginnen schon bei der Anmeldung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestellen bei der Minijob-Zentrale ein Anmeldeformular - die Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See nennt es Haushaltsscheck - und schickt es ausgefüllt zurück. Den Rest erledigt die Minijob-Zentrale. Sie errechnet die Höhe der Pauschalbeiträge zur Kranken-, Renten- und Unfallversicherung und kümmert sich um die Begleichung der Kosten. Zweimal im Jahr zieht sie dafür Beträge beim Arbeitgeber ein, die 14,27 Prozent vom Lohn des Minijobbers nicht übersteigen dürfen. Die Kosten sind steuerlich absetzbar.

Ein Rechenbeispiel: Die Haushaltshilfe bekommt monatlich 320 Euro, hinzu kommen die monatlichen Abgaben in Höhe von 45,66 Euro, macht zusammen 365,66 Euro. Umgerechnet auf jeden Monat spart der Arbeitgeber 42,50 Euro seiner Einkommenssteuer, so dass die tatsächliche Mehrbelastung pro Monat bei 3,16 Euro liegt.

Auch die Sicherheit, dass die Krankenversicherung nach einem eventuellen Arbeitsunfall im Haushalt zahlt, ist nicht zu unterschätzen.

Und der Arbeitnehmer? „Er erhält, wie das bei einem Minijob bis 400 Euro üblich ist, in der Regel netto für brutto“, erklärten die beiden Experten ihren Gesprächspartnern am Telefon immer wieder. Der Minijobber ist unfallversichert, bekommt im Fall des Falles Krankengeld, genießt den vollen Mutterschutz und erwirbt einen Urlaubsanspruch.

Auch die Rentenabsicherung kann interessant werden. Die Rentenansprüche, die der Arbeitnehmer durch den fünfprozentigen Pauschalbetrag seines Arbeitgebers erwirbt, sind zwar gering. „Doch für etliche Minijobber lohnt es sich, freiwillig einen Eigenanteil von 14,9 Prozent zu zahlen, um auf den vollen Rentenversicherungsbetrag von 19,9 Prozent zu kommen“, meint Koch, der zudem von vielen Anrufern hörte, dass sie ein Bußgeld befürchten, wenn der schwarz gezahlte Lohn aktenkundig wird. Das Bußgeld kann tatsächlich wehtun - mit bis zu 5000 Euro fällt es empfindlich hoch aus.

Bei der Suche nach einer Haushaltshilfe konnten die Experten ihren Anrufern jedoch nicht helfen. „Doch die Nachfrage ist groß. Schauen Sie am besten in Ihre Zeitung“, rieten sie.» Infos sind über die Hotline 0 18 01/20 05 04 (Festnetzpreis 3,9 ct/Min;) der Minijob-Zentrale erhältlich.

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