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Mit 100 Power-Riegeln im Gepäck über die Alpen

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Von Tim Lehmann

Münster. Einmal über die Berge in die Pedalen treten wie die Profis, die Strapazen einer großen Tour am eigenen Leib erleben – diese Erfahrung sammelten bei der 5. Jeantex Tour Transalp einige Münsteraner. Benedikt Hegemann, Michael Beffart, Jens Rüschhoff und Niklas Domberg meisterten die knapp 850 km lange Strecke und absolvierten rund 18 760 Höhenmeter in sieben Tagesetappen.

Es war eine Reise ins Ungewisse für Triathlet Benedikt Hegemann von Tri Finish Münster und seinem Partner im „Westfalen Team“ Andre Pecovic (BW Recklinghausen). Mit einem Wohnmobil, voll gestopft mit Rennrädern, an die 100 Power-Bar Riegel und jeder Menge Respekt vor dem, was sie in Österreich erwarten würde. „Eigentlich dachten wir, dass wir uns nicht gut vorbereitet hätte“, blickt Benedikt Hegemann zufrieden auf seine erste Tour zurück. „Daher waren wir überrascht, dass wir am ersten Tag als 78. in der Herrenwertung ankamen.“ In der Vorbereitung war der Münsteraner 4500 km gefahren.

Beide Athleten sind Rad-Neulinge. „So ein großes Radrennen haben wir als Triathleten noch nicht erlebt“, zeigte sich der Münsteraner beeindruckt. Umso größer war die Freude nach den ersten 109 km so weit vorn im 550 Teams fassenden Starterfeld zu landen. Und auch in den folgenden Etappen konnten sich die beiden Triathleten behaupten, auch wenn jeder Tag schwerer wurde als der vorige.

Nach einer Woche Plackerei durch die Alpen mit Stationen in Oberammergau, Imst, Ischgl, Naturns, Livigno, Ponte di Legno und Kaltern kamen die Fahrer am siebten Tag endlich in Riva del Garda an. Auch zwei verschneite Etappen und ein plattes Hinterrad konnten die Freude über die Zielankunft und einem guten 87. Platz in der Herrenwertung (149. Gesamtwertung) nicht trüben. Ihre Zeit: 32:23.07,1 Std. Die Italiener bereiteten allen Fahrern einen warmen Empfang, die stolz das orangene Finisher-Shirt in Empfang nahmen und überstreiften.

„Jede Pedalumdrehung tut weh, die Arme sind längst eingeschlafen und das Hinterteil schmerzt vom stundenlangen Sitzen. Wenn dann allerdings das Etappenziel erreicht ist, ist man einfach nur glücklich und stolz auf das Erreichte“, weiß auch Michael Beffart zu berichten, der bereits zum zweiten Mal an der Tour teilnahm. Mit seinem „Bangkok Papas“-Teamkollegen Arndt Schamun belegte der Mann vom RSV Münster nach 32:01.13,5 Std. einen starken 31. Platz in der Masters-Kategorie. In dieser Klasse muss Addition des Alters beider Fahrer muss 80 oder mehr ergeben. Auch im nächsten Jahr will sich Michael Beffart wieder über die Alpen quälen.

Die Jeantex Tour Transalp löste allerdings nicht nur positive Reaktionen aus. Trotz eines sehr guten 34. Platzes seines Teams „Sunshine“ denkt Niklas Domberg mit gemischten Gefühlen zurück. Nach zwei Jahren auf dem Mountainbike auf das Rennrad gewechselt, merkte er schnell, wie gefährlich die schnellen Abfahrten sind. Viele Stürze hat es gegeben, Fahrer sind in Leitplanken und herrenlos die Straße überquerende Kühe gerast. Er wisse noch nicht, ob er im nächsten Jahr wieder an den Start gehen werde. Im Moment tendiere er dazu, nicht noch einmal an der Tour teilzunehmen. „Ich muss das erst einmal sacken lassen. Grundsätzlich war es ja wieder eine schöne und positive Erfahrung“, zog Domberg dann doch ein versöhnliches Fazit.

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