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Möbel Feldmann in Rheine: Invasion der Schnäppchenjäger

Rheine /Salzbergen. Invasion der Schnäppchenjäger: Tausende strömten am Montag in das Gewerbegebiet Holsterfeld. Ihr Ziel: Das insolvente Möbelhaus Feldmann. Wie ein Magnet zog der Räumungsverkauf die Kunden an. Kein Wunder, lockten die Werber doch mit enormen Preisreduzierungen, die „teilweise unter dem Einkaufspreis“ liegen. Tatsächlich gab es gestern auch verärgerte Kunden...

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Rheine /Salzbergen. Invasion der Schnäppchenjäger: Tausende strömten am Montag in das Gewerbegebiet Holsterfeld. Ihr Ziel: Das insolvente Möbelhaus Feldmann. Wie ein Magnet zog der Räumungsverkauf die Kunden an.

Kein Wunder, lockten die Werber doch mit enormen Preisreduzierungen, die „teilweise unter dem Einkaufspreis“ liegen. Tatsächlich gab es am Montag auch verärgerte Kunden. Sie sahen sich getäuscht: „Ich wollte einen Beistelltisch aus Glas. Der kostete vor einigen Wochen hier bei Feldmann noch 229 Euro. Genau derselbe Tisch ist jetzt aber mit 339 Euro ausgewiesen und auf einen Sonderpreis von 269 reduziert. Das ist ein Witz, das sind doch Mondpreise“, schimpfte ein aufgebrachter Kunde, dessen Name der Redaktion bekannt ist.

Andere Kunden, die sich zum Beispiel für das Sofa „Colbie Querschläfer“ interessierten und den Preis kritisch hinterfragten, erfuhren erstaunliches: „Ja, unser Preis kann früher durchaus unter dem Insolvenz-Verkaufspreis gelegen haben“, räumte eine Verkäuferin frank und frei ein.

Vor allem Kunden, die bereits vor Wochen gezielt bestimmte Schlaf- oder Wohnzimmergarnituren ins Auge gefasst hatten, berichteten mehrfach, dass trotz der beworbenen „radikalen Reduzierung“ unter dem Strich kein echtes Schnäppchen zu machen gewesen sei.

Nach Ansicht des zuständigen Insolvenzverwalters Manfred Vellmer läuft der Räumungsverkauf dagegen regelkonform. „Da versucht man, uns wohl was ans Zeug zu flicken. Alles ist rechtens“, sagte Vellmer.

Angaben, nach denen Möbelhäuser aus Uelzen und Kassel den Räumungsverkauf bei Feldmann bestücken, wurden auf Anfrage ebenfalls nicht bestätigt. „Keine Angaben“, hieß es dazu in Kassel.

Unterdessen riss der Kundenstrom im Holsterfeld am Montag von früh bis spät nicht ab: Im „Stop-and-Go“-Betrieb walzte die Blechlawine auf das Möbelhaus zu. Die Feldmann-Parkplätze reichten nicht aus, um den Kundenandrang zu bewältigen. An den Kassen bei Feldmann bildeten sich meterlange Schlangen.

Der Räumungsverkauf wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Am Donnerstag, 31. Dezember, soll von 9 bis 14 Uhr verkauft werden, Auch am kommenden Sonntag stehen die Türen des Möbelhauses Feldmann von 13 bis 18 Uhr offen.

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