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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Mord von langer Hand geplant

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-mg- Münster/Laggenbeck. Der Mord an dem Laggenbecker Motorradhändler im Mai dieses Jahres war offenbar von langer Hand geplant. Das sagte gestern vor dem Landgericht Münster der Hauptbelastungszeuge in einem Prozess gegen führende Bandidos-Mitglieder des Bandidos-Chapters Münster aus.

Auf der Anklagebank sitzen drei Bandidos aus Greven und einer aus Hannover. Ins Rollen kam das Verfahren, weil die Bandidos ihrem Schatzmeister, der sich aus der Clubkasse bedient hatte, am 19. Mai einen „Besuch“ in dessen Haus in Neuenkirchen bei Rheine abstatteten. Der Kassierer, selbst Bandido-Mitglied, schaltete darauf die Kriminalpolizei ein, die bei Haussuchungen ein ganzes Waffenarsenal sicherstellte.

Vorgeworfen wird den Angeklagten schwerer Raub und Verstoß gegen das Waffengesetz. Während sie ihre Unschuld beteuern, hat der 53-jährige Neuenkirchener seine früheren Clubkollegen schwer belastet. „Viel Geld“ werde bei den Bandidos aus Prostitution, Drogenhandel und Waffenschieberei „gemacht“. Jeder trage eine Waffe, erklärte der Kassierer gestern dem Gericht.

„Grundsätzlich sind die Hells Angels für die Bandidos das Feindbild Nummer eins, nicht nur in Münster, sondern auch in anderen Chaptern“, sagte der Neuenkirchener. Angriffe von Hells Angels auf Bandidos habe es unter anderem in Bremen und Dortmund gegeben, berichtete der frühere Kassenwart.

Beim „Säbelrasseln“ gegen Hells Angels sei er auch selbst mit dabei gewesen, gab der Zeuge zu. Aber „in einen Laden gehen und jemanden erschießen, das ist etwas anderes“, zog der Neuenkirchener die Verbindung zum Mord am Motorradhändler. Er berichtete, dass einige namentlich bekannte Münsteraner Bandidos mehr als zwei Wochen vor der Tat den Besitzer des Motorradgeschäftes genau ausspioniert hätten. Die hätten gewusst, wann der zur Toilette ging, und dass zwei Hells Angels immer Wache gestanden hätten, sagte der Zeuge. Alle Beobachtungen seien zum „Sergeant“ nach Osnabrück weitergeleitet worden.

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