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Moritz schaukelt Deutschland ins Finale

Münster - Abergläubische Fans zittern, denn Tintenfisch Paul aus Oberhausen hat einen Sieg für Spanien vorhergesagt. Ludger Prinz aus Münster will darum alles geben, damit Deutschland heute Abend das Spiel gegen Spanien gewinnt. Den 49-Jährigen zieht es während der Fußball-WM magisch vor den Bildschirm. Nicht, dass er vielleicht abergläubisch wäre, so ist es nicht. Aber Prinz...

Gabriele Hillmoth

Münster - Abergläubische Fans zittern, denn Tintenfisch Paul aus Oberhausen hat einen Sieg für Spanien vorhergesagt. Ludger Prinz aus Münster will darum alles geben, damit Deutschland heute Abend das Spiel gegen Spanien gewinnt. Den 49-Jährigen zieht es während der Fußball-WM magisch vor den Bildschirm. Nicht, dass er vielleicht abergläubisch wäre, so ist es nicht. Aber Prinz muss sich das Halbfinale ansehen. „Sonst habe ich das Gefühl, dass unsere Jungs verlieren.“

Fest steht, Ludger Prinz schaut sich das Spiel heute an. Dafür ist gesorgt. Eigentlich dürfte dann nichts mehr schiefgehen. Auch Paul und Uwe zeigen Einsatz. Die Fans ziehen ihre Trikots zur Fußball-WM nicht mehr aus. Die Kollegen ertragen die Müffelei, denn, so werden sie von den beiden Experten belehrt: „Nur ungewaschene Trikots helfen.“

Die Münsteraner geben also alles, um die deutsche Nationalmannschaft heute Abend ins Finale zu kicken. Maskottchen werden zurechtgerückt. Abergläubische Fans wie Dirk Schulze Wierling bereiten sich strategisch vor. Schulze Wierling schaut sich das Spiel gemeinsam mit 15 „Mitspielern“ an. Alle Mann sitzen im blauen Pulli vor dem Bildschirm, sozusagen im Vier-Tore-Look von Trainer Jogi Löw. Wenn das kein Glück bringt.

Siglinde Lückenkötter trägt dagegen ganz dezent ihr Armbändchen in den deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold. Sollte die Nationalmannschaft heute aber tatsächlich gewinnen - Siglinde Lückenkötter glaubt fest daran -, hat die Bäckereifachverkäuferin noch einen Trumpf im Ärmel, dann malt sie sich fürs Finale zusätzlich die Fingernägel an. Aber nur für diesen einen Abend, verspricht sie, denn hinter der Brötchentheke ist die „WM-Bemalung“ tabu. Anne Ruhl und ihre Tochter Monique Havixbeck probieren es diesmal im Duett mit einem Deutschland-Trikot.

Dirk Neufelder hofft, dass sein dreijähriger Sohn Moritz auch heute Abend fit ist für die Schaukel im Garten. „Hoffentlich hat er auch Lust.“ Familie Neufelder und ihre Nachbarn halten Moritz bei Laune. Denn das hat gute Gründe: Sobald der Dreijährige beim Argentinien-Spiel in der Schaukel saß, fiel ein Tor. Auch beim England-Spiel. Das Dumme war nur, so Neufelder, dass Moritz irgendwann keine Lust mehr hatte. Jetzt wird Moritz für das Halbfinale trainiert.

Jens Everding versucht sein Glück dagegen trotz der Hitze mit einem Fan-Schal. Julia Weitkamp schaut sich derweil das Halbfinale mit ihrem Freund an, weil dieser sage, „dass das Glück bringt“. Frank Domikowsky weiß noch nicht, wie er seiner Frau beibringen soll - ohne von ihr die rote Karte gezeigt zu bekommen -, dass sie vielleicht aufs Zuschauen verzichten möge. Beim Argentinien-Spiel, sagt Domikowsky, fielen immer dann Tore, wenn seine Frau den Raum verlassen habe.

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