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Mehrere Bewerbungen aus NRW

Münster bewirbt sich mit Prinzipalmarkt für Weltkulturerbe-Liste

wn

Düsseldorf - Aus Nordrhein-Westfalen gibt es mehrere Bewerbungen für die illustre Weltkulturerbe-Liste. Die Baudenkmäler werden dieser Tage im nordrhein-westfälischen Bauministerium präsentiert. Münster bewirbt sich mit seinem Prinzipalmarkt, Krefeld mit den Bauten des berühmten Architekten Mies van der Rohe. Auch Industriedenkmäler aus dem Ruhrgebiet, das Düsseldorfer Schloss Benrath und die Müngstener Brücke im Bergischen Land sind dabei. Bis zum 1. November müssen die Kandidaten benannt sein. Dann beginnt ein langes Auswahlverfahren. NRW muss bis zum 1. August 2012 zwei Vorschläge aussuchen. Dann geht der Wettbewerb auf nationaler Ebene weiter, bis im Jahr 2015 zwei Projekte der Unesco vorgeschlagen werden. Nordrhein-Westfalen hat bisher vier Einträge als Weltkulturerbe: den Kölner Dom, den Aachener Dom, den Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen sowie die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl bei Bonn mit ihren Gärten und Parkanlagen. „Wir haben abgegeben“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Dortmunder Industriedenkmal-Stiftung. Die Einrichtung hat in einer vorläufigen Auswahl eine Serie von Industriedenkmälern im Ruhrgebiet benannt: Zechen, Hüttenwerke, Siedlungen, Kokereien. Genaueres soll später im November mitgeteilt werden. Auch die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands ist ein Kandidat: 107 Meter hoch, 114 Jahre alt - und noch immer ist die Müngstener Brücke die Schienenverbindung zwischen Remscheid und Solingen. Aus Düsseldorf kommt die Bewerbung von Schloss Benrath. Das imposante Lustschloss wurde bis 1780 erbaut nach dem Vorbild französischer Architektur im 18. Jahrhundert. Münster trumpft mit seiner an das historische Zentrum angelehnten Bebauung auf: „Der Prinzipalmarkt als Beispiel für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg“, berichtet Stadtsprecher Joachim Schiek. Denn aus dem Kriegsschutt erstand in der Stadt des Westfälischen Friedens das Zentrum nach altem Vorbild. Früher wurde Münster dafür schief angesehen, heute ist der heimelige Prinzipalmarkt ein Touristenmagnet.

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