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Freibäder

„Münsteraner schwimmen, wenn die Sonne scheint“

Dirk Anger

Münster - Das oftmals zu kalte Wasser in den münsterischen Freibädern erhitzt immer noch die politischen Gemüter: SPD und Grüne forderten die Sportverwaltung in zwei Anträgen auf, zu untersuchen, wie künftig möglicherweise Abhilfe geschaffen werden kann. An dem Thema werde schon seit den Sommerferien gearbeitet, nahm Sportausschuss-Vorsitzender Edgar Drüge die beiden Anträge zur Kenntnis. Und Sportdezernentin Dr. Andrea Hanke versprach, im Oktober entsprechende Optionen vorzustellen. Wie zu hören ist, werden dabei die Kosten für eine Zusatzheizung in den Bädern genauso geprüft wie die Wirkungen einer nächtlichen Abdeckung der Wasserflächen.

An der Frage der Wassertemperatur in den Freibädern scheiden sich weiter die Geister: „Viele Dauergäste waren mit der Temperatur nicht einverstanden“, bilanzierte SPD-Ratsherr Thomas Marquardt die Schwimmsaison. Dagegen meinte Ludger Tovar, das Problem werde von einer kleinen Minderheit hochgekocht. „Die meisten schwimmen nicht, sondern kommen nur zum Abkühlen ins Wasser“, so Tovar, der aber betonte, dass es sich dabei nicht um die Sicht der Grünen-Ratsfraktion, sondern um seine persönliche Meinung handele.

Winfried Reher von der Bäderverwaltung verwies auf Besucherrückgänge auch in den umliegenden Freibädern. „Alle mussten unter dem Wetter leiden.“ In Münster besuchten in dieser Saison gut 120 000 Besucher die drei Bäder Coburg, Hiltrup und Stapelskotten, ein Minus von 48,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir liegen im landesweiten Trend.“ Manfred Hahn, dessen Verein SV 91 das Freibad Sudmühle betreibt, bestätigte diese Sicht: „Es ist eindeutig: Die Münsteraner kommen ins Freibad, wenn die Sonne scheint.“ Da helfe es auch nichts, das Wasser ansonsten auf 30 Grad zu heizen. Dadurch komme kaum jemand mehr.

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