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Plagiats-Vorwürfe

Münsterisches Institut will Promotionen aller Bundestagsabgeordneten überprüfen

Günter Benning

Münster - Das münsterische Institut „ProfNet Hochschulservice“ hat Bundesministerin Schavan angeboten, alle Dissertationen der aktuellen und jemals aktiven Bundespolitiker auf Plagiatindizien unabhängig zu überprüfen. Außerdem biete das Institut an, heißt es in einer Pressemitteilung, jede elektronisch eingereichte Dissertation ei­nes Bundespolitikers auf Plagiats­indizien zu überprüfen.

Hinter dem „Institut für Internet-Marketing“ an der Klosterstraße steckt Prof. Dr. Uwe Kamenz, Marktforscher an der Fachhochschule Dortmund. Kamenz ist ein ausgewiesener Kritiker des akademischen Apparats. 2007 hat er bereits in einer Veröffentlichung über den Professorenstand hergezogen: „45 Prozent der Profs sind untätig und fünf Prozent sind faul.“

Der Plagiatsfall des Bundesverteidigungsministers zu Guttenberg habe nicht allein das Vertrauen der Bürger in die Politiker beschädigt, meint Kamenz in einer Mitteilung. Auch das Hochschulsystem werde beschädigt. Laut einer ProfNet Plagiatstudie von 2008 werde nur jede sechste wissenschaftliche Arbeit überhaupt auf Plagiatsindizien hin überprüft, obwohl mindestens jede neunte Arbeit solche enthalte.

Der ProfNet-Hochschulservice wolle Plagiate in Deutschland vollständig durch ein Web 2.0-basiertes, unabhängiges und kostengünstiges Internetsystem abschaffen. Aufgrund des konkreten Falls hat das Institut der Bundeswissenschaftsministerin Schavan angeboten, für unter 50 000 Euro alle geschätzt 1000 Dissertationen der jetzigen und jemals aktiven Bundespolitiker vollständig auf Plagiatsindizien zu analysieren.

Die Kosten entstünden, so heißt es, überwiegend durch die Beschaffung und die Digitalisierung der gedruckten Dissertationen.

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