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Münsterland: Kaum Streusalz in den Gemeinden

Elmar Ries

Münsterland - Kaum, dass sich der Winter mal so richtig von seiner eiskalten und vor allem schneepatsch-weißen Seite gezeigt hat, melden die ersten Münsterland-Gemeinden und der Kreis Steinfurt schon eine sich abzeichnende Leere in den Salzlagern. Fast schon kleinlaut klang am Dienstag die Erklärung aus dem Baubetriebsamt in Steinfurt.

„Aufgrund der aktuellen Situation“ sei es dem Kreis „bis auf Weiteres nicht mehr möglich“, die Kommunen mit Streusalz zu versorgen, erklärte Baubetriebsamtschef Alfred Lange. Folglich könne der „Winterdienst im Kreis nur noch eingeschränkt durchgeführt werden“. Was meint: Schneeschieben anstatt Salzstreuen. Keine rosigen Aussichten für Autofahrer und Fußgänger.

Ähnlich wie im Kreis Steinfurt sieht es in Drensteinfurt und Coesfeld aus. Dort herrscht schon seit vergangenem Wochenende eine akute Salzarmut. In Greven reichen die Vorräte maximal noch zwei Tage. Insgesamt 20 Tonnen bekäme sie heute und morgen noch geliefert, teilte die Stadt mit. Die Menge reicht für zwei Runden der rollenden Salzstreuer.

Etwas besser sind die Städte Ahlen, Ibbenbüren und Münster dran. Hier gehen die Vorräte frühestens am Wochenende zu Neige. Bleibt die für heute erwartete Lieferung aus, könnten Lengerich und Tecklenburg schon morgen nahezu salzfrei sein.

Woran das liegt? Jedenfalls nicht an einem nachfragebedingten generellen Mangel in NRW. Der Grund für die frühe Salzarmut ist eher in den nach wie vor geringen Lagerkapazitäten einiger Gemeinden zu suchen.

„Wir liefern jeden Tag mehrere Zehntausend Tonnen Salz aus“, sagte gestern Holger Bekemeier, Sprecher der „European Salt Company“ (Es­co) mit Sitz in Hannover. Esco beliefert die Städte und Gemeinden in NRW und auch den Landesbetrieb Straßen NRW. Der klagt im Übrigen auch nicht über Salz­man­gel. „Unsere 210 Hallen sind nach wie vor gut gefüllt“, erklärte der Sprecher Bernd Löchter.

Nach dem Schnee ist vor dem Schnee: Gestern Mittag meldete die Polizei für ganz NRW noch 55 Staus mit Längen von bis zu 15 Kilometern. Manche Straßen waren infolge der massiven Schneefälle von Montagabend noch immer gesperrt. Landesweit hatte die Polizei in der Nacht zu gestern über 1000 Unfälle gezählt. Die meisten gingen gottlob glimpflich aus. Sechs Verkehrsteilnehmer wurden schwer und mehr als 50 leicht verletzt. Spektakuläre war ein Unfall auf der A 1 zwischen dem Autobahnkreuz Lotte und der Anschlussstelle Lengerich: Auf spiegelglatter Fahrbahn war ein Lkw am Montagabend gegen 22.25 Uhr beim Überholen eines anderen Lasters ins Rutschen gekommen und anschließend mit diesem kollidiert. Für die Bergungsarbeiten blieb die Autobahn in Richtung Süden bis gestern Morgen um sieben Uhr gesperrt. Nach Angaben der Polizei beläuft sich der Sachschaden auf 240 000 Euro.

Auch die Regionalverkehr Münsterland (RVM) GmbH fuhr gestern dem Fahrplan hinterher. Am Montagabend hatte sie ihren Verkehr zeitweilig einstellen müs­sen, gestern Morgen rollten die Busse wieder, „wenngleich mit bis zu einer halben Stunde Verspätung“, erklärte Markus Kleymann, der Sprecher.

Für morgen haben die Meteorologen erneut heftige Schneefälle vorausgesagt. Die weiße Pracht soll sich bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern türmen. Vor allem im Kreis Steinfurt werden sie das gar nicht gerne hören...

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