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Münsters Musikhalle

Musikhallen-Gegner ziehen Bilanz und einen Schlussstrich

Lukas Speckmann

Münster - Verkehrte Welt. Eine Stunde lang ziehen die Mitglieder der Bürgerinitiative „Keine städtische Finanzierung einer ,Kultur- und Kongresshalle‘ (Musikhalle)“ ihre ganz persönliche Bilanz – und gönnen sich die Freude, ihren Erfolg beim Bürgerbegehren am 27. April weidlich auszukosten. Um abschließend die Bürgerinitiative per Handzeichen aufzulösen. Ganz unspektakulär und ohne Gegenstimmen.

Nur eine Formalität gibt es vorher noch zu klären: die Finanzierung. 30.500 Euro hat die Initiative nach Angaben ihres Sprechers Rainer Bode im halben Jahr ihres Bestehens ausgegeben. Der Löwenanteil – 19.500 Euro – wurde von den Grünen finanziert, der Rest kam durch Anzeigenerlöse und Spenden rein.

Eine relativ kleine Lücke von ein paar Hundert Euro klafft immer noch; sie soll durch weitere Spenden geschlossen werden. Wenn dann noch etwas übrig bliebe, könne das durchaus kulturellen Einrichtungen zugute kommen, etwa der Stadtbücherei oder der Musikschule. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Als „guter Gewinner“ wolle man dastehen und den Abstimmungsgegner nicht mit Häme überziehen. Nur über den latenten Vorwurf der Kulturfeindlichkeit habe man sich schon geärgert. Nichts gegen eine Musikhalle – im Prinzip. Allerdings nur zu einem anderen Zeitpunkt, an einem anderen Standort und bei besserer Haushaltslage. Die Politik könne aus dem eindeutigen Abstimmungsergebnis die Lehre ziehen, vor wichtigen Entscheidungen mit den Bürgern zu sprechen.

Dass die Mitglieder der Initiative dieses Gespräch gesucht und gefunden hätten, sei das Geheimnis ihres Erfolgs gewesen, so die einhellige Meinung. Man habe Zustimmung bis weit in die klassische CDU- und SPD-Wählerschaft hinein erhalten: „Die Gegenseite hatte das Geld, wir hatten die Leute.“

Vorstandsmitglied Gotwin Elges bringt die breite Unterstützung auf eine griffige Formel: „Ihr nehmt uns unsere Hallenbäder weg und baut euch euer Prestigeobjekt.“ Diese Wut sei von den Hallen-Befürwortern ganz eindeutig unterschätzt worden. Zudem habe man die zeitigere und griffigere Kampagne gefahren.

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