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Myriams Mutter glaubt nicht an Selbstmord

Münster. "Ein Selbstmord - das ist undenkbar". Kirsten Lohoff, die Mutter der am Donnerstag tot im Rhein gefundenen Myriam Caseiro, bezweifelt die These der französischen Staatsanwaltschaft. Die 18-Jährige war am 8. November spätabends unter mysteriösen Umständen verschwunden. Am Donnerstag wurde ihre unbekleidete Leiche 15 Kilometer von ihrem Wohnort Neudorf bei Straßburg...

Von Günter Benning

Münster. "Ein Selbstmord - das ist undenkbar". Kirsten Lohoff, die Mutter der am Donnerstag tot im Rhein gefundenen Myriam Caseiro, bezweifelt die These der französischen Staatsanwaltschaft. Die 18-Jährige war am 8. November spätabends unter mysteriösen Umständen verschwunden. Am Donnerstag wurde ihre unbekleidete Leiche 15 Kilometer von ihrem Wohnort Neudorf bei Straßburg entfernt aufgefunden. Spaziergänger hatte die Leiche der jungen Frau entdeckt.

"Sie hätte eine sehr gute Schauspielerin sein müssen", sagt ihre aus Münster stammende Mutter, die vor Jahren als Krankenschwester nach Frankreich gezogen war. Die Oberschülerin, die sowohl die deutsche wie auch die portugiesische Staatsangehörigkeit hatte, sei ein glückliches junges Mädchen "mit allen Höhen und Tiefen" gewesen. "Sie hatte Projekte, wollte ein Praktikum machen, besuchte ihre Fahrschule - das alles passt nicht zu einem Selbstmord.

Myriam Caseiro war am Abend ihres Verschwindens von ihrem Freund nach Hause gebracht worden. Wenig später hatte sie das Haus in einem Trainingsanzug verlassen. Seither verliert sich ihre Spur. Dass sie bei ihrem Auffinden nackt gewesen sei, sei nach fast drei Wochen im Wasser nicht ungewöhnlich, erklärte der Staatsanwalt, Jacques Louvel, in Straßburg laut der französischen Presse.

Das tragische Geschehen hatte großes Medien-Aufsehen erregt. Auch als Kirsten Lohoff die Todes-Nachricht am Telefon erreicht, war ein Kamerateam in der Wohnung in Neudorf. Es zeigt eine völlig verzweifelte Mutter und ihren niedergeschlagenen Lebensgefährten. "Als ich erfuhr, dass sie keine Gewalt erlitten hat", sagte die Frau, "war ich erleichtert. Zumindest hat sie nicht gelitten."

Myriam Caseiro soll nun nach einer Trauerfeier in Straßburg eingeäschert und neben ihrer Großmutter im Familiengrab der väterlichen Familie Caseiro in Portugal bestattet werden.

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