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Mysteriöser Todesfall in Wext

Klaus Wiedau und Martin Borck

Heek-Nienborg - Kam der Tod aus der Getränkedose? Diesem Verdacht geht eine 12-köpfige Mordkommission nach, nachdem am Mittwochabend ein 35-jähriger Landwirt aus Nienborg auf einem Bauernhof in der Wext auf mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen ist. Der Mann, soviel war am späten Abend nach dem Eintreffen der Mordkommission am Tatort zu erfahren, hatte kurz vor seinem Tod aus einer Getränkedose getrunken, die sich (mit mehreren anderen Dosen) in seinem Fahrzeug befand. Polizeisprecher Karsten Woltering am Tatort gegenüber den WN: „Er hat getrunken, danach hat er sich schlecht gefühlt, hat gekrampft und ist schließlich kollabiert.“

Die gegen 18 Uhr alarmierten Rettungskräfte - weil zunächst von mehreren Beteiligten die Rede war, kamen mehrere Krankenwagen zur Einsatzstelle - konnten dem Mann nicht mehr helfen. Er starb noch vor Ort. Was sich in der Dose befunden hat und ob der Inhalt mit dem Tod des Mannes zu tun hat, ist bisher ungeklärt.

Um kurz vor 21 Uhr am Mittwochabend deuten in der Dunkelheit nur ein Polizeiwagen in der mit rot-weißem Flatterband abgesperrten Einfahrt zu dem Bauerhof darauf hin, dass hier etwas passiert ist. Vor einer offenen Reithalle steht mit laufenden Motor ein Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe. Im Wagen liegt die Leiche des 35-Jährigen. Neben dem Fahrzeug sind ein Schuh, ein schwarzer Reiterhelm und eine Wasserflasche zu erkennen.

Zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr kommt die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen an den Tatort, leuchtet den Standort des Rettungswagens aus. Wenig später werden Rettungswagen und Notarzt aus Gronau auf das landwirtschaftliche Anwesen in der Wext beordert - sie bringen anschließend die Mutter des Getöteten nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus.

Eine Mordkommission ist unterwegs, heißt es wenig später. Bis die eintrifft, vergehen aber noch gut zwei Stunden: Erst gegen 23.40 Uhr rollen mehrere Fahrzeuge mit MS-Kennzeichen, darunter auch ein Kastenwagen der Kriminaltechnik auf den Hof. Polizeibeamte der Mordkommission, die von Kriminalhauptkommissar Herbert Mengelkamp geleitet wird, machen Fotos vom Tatort, untersuchen anschließend die Leiche des 35-Jährigen im Rettungswagen. Abgeschirmt von Fahrzeugen werden auch die Getränkedosen aus dem Wagen des 35-Jährigen fotografiert.

Um 0.31 am Donnerstagmorgen schließlich kommt ein Abschleppwagen auf den Hof. Mit seiner Hilfe wird der Wagen des Getöteten - ein schwarzer Geländewagen der Marke „KIA“ - für die weitere kriminaltechnische Untersuchung abgeholt.

Weitere Informationen zum Fall will Oberstaatsanwalt Wolfgang Schwer, der die Ermittlungen leitet, am heutigen Donnerstag bekanntgeben. Am Mittwochabend lehnte er jede Stellungnahme ab.

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