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Nach Bahnunglück in Ibbenbüren - Sofortmaßnahmen in dieser Woche

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Ibbenbüren - Der Unfall am Bahnübergang Glücksburger Straße, bei dem am Donnerstag drei Menschen starben, hat Konsequenzen. „Wir werden die Beschilderung verändern“, kündigte Ibbenbürens Bürgernmeister Heinz Steingröver gestern auf Nachfrage unserer Zeitung an. Bereits heute gibt es einen Ortstermin mit dem Landesbetrieb Straßen.

Dabei soll es um die Pfeile, die bis auf den blauen Pfeil alle nach links in Richtung Bahnübergang weisen, und das Andreaskreuz an der Gillmannstraße gehen. Dieses sei „eigentlich unsinnig“, sagt Steingröver, denn man dürfe ja gar nicht zum Bahnübergang abbiegen. Mit langen Diskussionen um die Sofortmaßnahme rechnet er nicht. „Ich stelle mir vor, dass die Schilder am Mittwoch schon wegkommen“, sagte Steingröver. Mittelfristig solle zudem die ganze Einmündungssituation so umgebaut werden, dass man nicht mehr nach links abbiegen kann.

Die Verkehrssituation am Unglücksbahnübergang sorgt nach wie vor für Diskussionen. Zu Wort gemeldet hat sich auch der Verkehrssicherheitsingenieur Franz Schilberg aus Bergisch Gladbach, der sich vor Ort in Ibbenbüren ein Bild von der Situation gemacht hat. Schilberg hat an die Stadt Ibbenbüren, die DB Netz AG West und an das Eisenbahn-Bundesamt geschrieben. Er rät in dem Schreiben zu Sofortmaßnahmen.

Schilberg schreibt unter Verweis auf die Chronik des Geschehens in unserer Zeitung: „Nur wenige Bahnübergänge in Deutschland dürften so viele Unfälle mit schwersten Folgen aufweisen wie der Bahnübergang Glücksburger Straße/Gillmannstraße in Ibbenbüren.“ Er führt das schlimme Unfallgeschehen auf eine gefährliche Verkehrsführung zurück. So münde die Gillmannstraße kurz neben dem Bahnübergang in die Glücksburger Straße ein. Dadurch würden Linksabbieger, die es trotz des Rechtsabbiegegebots immer wieder gebe, von der Halbschranke nicht ausreichend erfasst. Zudem sei das „Rechtsabbiegegebot aus der Gillmannstraße nicht eindeutig zu erkennen. (...) Das blaugrundige Zeichen 209 „Rechts“ ist von mehreren rot-weißen Zeichen umgeben und wird von diesen überstrahlt. Die Leittafeln (roter Pfeil auf weißem Grund) suggerieren fälschlicherweise, dass eine Linkskurve zu fahren ist. Das Andreaskreuz und besonders der darunter angebrachte nach links weisende Pfeil „bestätigen“, dass aus der Gillmannstraße nach links über den Bahnübergang gefahren werden darf. Der Rechtsabbiege-Bodenpfeil und die Bodenschwelle im Einmündungsbereich der Gillmannstraße sind abgefahren. Sie erfüllen nicht mehr ihre Aufgabe, das Rechtsabbiegegebot zu verdeutlichen.

Schilberg rät, umgehend folgende Sofortmaßnahmen zu ergreifen: „Das Andreaskreuz rechts neben der Gillmann-straße entfernen. Die zur Gillmannstraße ausgerichteten Leittafeln durch Leitpfosten ersetzen. In der Einmündung der Gillmannstraße den Rechtsabbiege-Bodenpfeil erneuern und eine gelbe Bodenschwelle (mit Reflektoren) aufbringen. Bis zur Fertigstellung dieser schnell zu realisierenden Sofortmaßnahmen sollte aus Sicherheitsgründen an diesem Bahnübergang eine Langsamfahrstelle oder eine Postensicherung eingerichtet werden.“

Ebenfalls zu Wort gemeldet hat sich Rainer Wittur aus Ibbenbüren, Anwohner der Glücksburger Straße. Er kennt das Problem an dieser Stelle gut und schlägt vor, die Einmündung der Gillmannstraße in die Glücksburger Straße weiter nach rechts in Richtung Norden zu verlegen. Außerdem müsste ein Stopp-Schild aufgestellt werden. Diese neue Straßenführung könnte den Unfallschwerpunkt entschärfen.

FDP-Kommunalpolitiker Josef Meyer aus Ibbenbüren erinnert daran, dass bereits vor Jahren im Rat diskutiert worden sei, eine Fläche nördlich der Gillmannstraße zu kaufen, um über diese dann die Gillmannstraße so zu verschwenken, dass sie weiter nördlich auf die Glücksburger Straße trifft. Die Fläche sei nach wie vor unbebaut.

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