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Nach dem GAU

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Das kolossale Leid in Japan scheint von Tag zu Tag mehr aus der Presse zu verschwinden. Trotzdem kämpfen die Menschen im fernen Osten weiterhin mit den katastrophalen Folgen des Erdbebens - und nach dem Reaktor-Unglück auch mit der Radioaktivität. Mit dieser unsichtbaren Gefahr befasste sich schon die Autorin Christa Wolf nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 und verfasste mit „Störfall“ schnell eine eindrucksvolle Antwort auf die Ängste dieser Zeit.

Aktuell wie nie liest sich dieses Buch heutzutage unter dem Eindruck von Fukushima. Wolf berichtet von einem fiktiven Dialog der Erzählerin mit ihrem Bruder, der sich weit entfernt einer Hirnoperation stellen muss: Es geht um den Atomunfall, die Geschehnisse im Dorf und den Ablauf der OP. Eindrucksvoll schafft die Autorin eine unglaublich emotionale Atmosphäre - beim Lesen scheint man selbst tief in der Geschichte gefangen zu sein. Vor allem für ältere Schulze-Leser empfehlenswert.

Frederik Ihl

„Störfall - Nachrichten eines Tages“ von Christa Wolf, Suhrkamp-Verlag, 125 Seiten, ab sieben Euro.

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