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Nach Fiat hat Magna Interesse an Opel bestätigt

wn

Der Autozulieferer Magna hat sein Interesse an einer Partnerschaft mit Opel bestätigt. Es gehe um potenzielle Alternativen für die Zukunft von Opel, einschließlich der möglichen Übernahme einer Minderheitsbeteiligung, teilte der kanadisch- österreichische Konzern am Dienstagmorgen mit. Details gab es nicht.

Am Montag hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne in Berlin das Konzept seines Unternehmens für einen Einstieg bei Opel vorgelegt. Einige Politiker, Experten und Opel-Betriebsräte würden Magna als Partner vorziehen, weil sie im Falle einer Übernahme durch die Italiener massive Einschnitte befürchten.

Die Entscheidung über das Schicksal der Opel-Werke fällt möglicherweise in wenigen Wochen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dies noch im Mai sein werde, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Montagabend im ZDF. Zuvor war er in Berlin mit Fiat-Chef Sergio Marchionne zusammengetroffen. Der Fiat-Chef will die Autosparte seines Konzerns ausgliedern und mit Chrysler sowie Opel zusammenlegen.

Marchionne sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen. Ich brauche die Werke in der Zukunft, um genügend Autos zu bauen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden. Das wird niemand ändern können.“ Die Werke müssten effizienter werden. Auf eine genaue Zahl beim Abbau von Arbeitsplätzen wollte sich der Fiat-Chef aber nicht festlegen. Zu den Bedenken des Opel-Betriebsrates und der Gewerkschaften zu einem möglichen Fiat-Einstieg sagte Marchionne: „Opel kann in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen und wenn man kein Geld verdient, kann man nicht überleben. Ich verstehe die Ängste der Gewerkschaften - aber so ist die Realität.“ Fiat wolle nach drei Jahren mögliche Staatsbürgschaften zurückzahlen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) äußerte sich zurückhaltend über die Fiat-Pläne. In der ARD- Talksendung „Beckmann“ äußerte er die Erwartung, dass das Magna- Konzept besser sei. „Wenn es wirklich so ist, wie alle erwarten, dass das Magna-Konzept besser ist, dann hat sich die Fiat-Frage erledigt.“ Sollte das Magna-Konzept hingegen wider Erwarten nicht tragfähig sein, dann müsse man sehen, ob es nicht noch andere Interessenten gebe.

Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte, wenn es ein vernünftiges Konzept gebe, sei das Land zu staatlicher Hilfe bereit: Sehr gut könne er sich staatliche Garantien und Bürgschaften vorstellen, mit deren Hilfe sich Fiat dann am Kapitalmarkt günstig mit Kredit versorgen könnte. Auch eine direkte Förderung vor Ort über Investitionsbeihilfen sei eine Möglichkeit. „Und schließlich könnten wir zum Beispiel die Immobilie des Werkes kaufen und dann an Opel und Fiat zurückvermieten.“ Das würde dem Konzern sofort eine hohe Bargeldsumme einbringen. Eine direkte Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen aus Fiat und Opel schloss Reinholz aber aus.

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