1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Nach Frust kommt Mut - SC Sprakel blickt wieder nach vorn

  6. >

Archiv

Nach Frust kommt Mut - SC Sprakel blickt wieder nach vorn

Michael Schulte

Münster. Container kommen aus Amelsbüren, die Kinderhauser bieten ihre Geschäftsstelle an, in Gelmer darf trainiert und in Gimbte gespielt werden. Das ist nur ein kleiner Auszug aus der vielfältigen Angebotspalette, die dem SC Sprakel seit Sonntag früh ins nicht mehr vorhandene Haus flattert.

Das Sportheim ist abgebrannt (wir berichteten), für den Verein und seine 635 Mitglieder eine ganz bittere Angelegenheit. Aber zum Glück keine aussichtslose. Das erfährt der Vereinsvorstand seit Sonntagvormittag.

SCS-Vorsitzender Roland Westerschulte ist begeistert von der Hilfsbereitschaft und Solidarität unter den Sportvereinen. „Einfach grandios und absolut genial“, findet er die Einstellung der sportlichen Rivalen, die alle an einem Strang und sämtliche Register ziehen. GW Amelsbüren hat nicht nur Container angeboten, um provisorische Umkleidemöglichkeiten zu schaffen, sie liefern auch das Dress dazu.

Denn Sprakels zwei Senioren-Fußballteams und die Alten Herren stehen ohne Trikots da, diese sind in den Flammen aufgegangen. Denkbare Möglichkeit: Wo „Amelsbüren“ draufsteht, kann demnächst „Sprakel“ drin sein.

Die besonders herzliche Beziehung zwischen Amelsbüren und Sprakel erklärt sich aus der Tatsache, dass GWA-Abteilungsleiter Christian Ziegert und Westerschulte gut befreundet sind. Der SCS-Vorsitzende ist Patenonkel von Ziegerts Sohn. Das Angebot, Trainingseinheiten von Sprakel nach Amelsbüren zu verlegen, muss aber wohl nicht genutzt werden. Denn mit Westfalia Kinderhaus, Grün-Weiß Gelmer und Blau-Gelb Gimbte haben drei Clubs aus unmittelbarer Nähe das gleiche Angebot unterbreitet. Westerschulte: „Ich denke, dass wir das auch gerne annehmen werden. Zum Training und zum Spiel.“

Drei Senioren- und acht Jugendteams wollen untergebracht werden, hoffentlich nur für kurze Zeit. Denn der SC Sprakel setzt darauf, dass das Flutlicht ganz schnell wieder repariert wird, um den Trainingsbetrieb bis in die Abendstunden zu garantieren. Nicht nur in diesem Punkt hat die Stadt Münster unbürokratische Hilfe versprochen. Dass die Bürger zu Spenden aufgerufen haben, spricht ebenfalls für sich. „Westerschulte: „Das Sportheim ist ein Herzstück in Sprakel.“

Die unmittelbare sportliche Zukunft planten Obmann Holger Rohrbach und seine Mitstreiter gestern Abend. In dieser Woche ruht der Trainingsbetrieb. Es ist angedacht, dass der SCS bis zur Winterpause für alle Teams das Heimrecht tauscht. Die Kreisvorsitzenden (Norbert Reisener und Klaus-Peter Ottlik) haben da bereits „grünes Licht“ angedeutet. Und ansonsten sind alle froh, dass nach dem ersten Schock, dem großen Frust und der absoluten Leere nun der Mut zurückgekehrt ist. „Es geht weiter“, sagt Holger Rohrbach. „Mit tiefer Dankbarkeit und großem Optimismus“, ergänzt Roland Westerschulte.

Startseite