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Nach vorn schauen trotz weiterer Entlassungen

Das Ende des Fahrzeugbaus bei Karmann ist eingeläutet. Verwundern konnte das eigentlich nicht mehr. Es wird allmählich Zeit, der Realität ins Auge zu schauen. Wer immer noch glaubt, Karmann bekomme vielleicht doch noch einen Auftrag aus der...

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Das Ende des Fahrzeugbaus bei Karmann ist eingeläutet. Verwundern konnte das eigentlich nicht mehr. Es wird allmählich Zeit, der Realität ins Auge zu schauen. Wer immer noch glaubt, Karmann bekomme vielleicht doch noch einen Auftrag aus der Autoindustrie für ein komplettes Cabrio, der baut auf Fließsand. Denn die Autoproduzenten haben selbst viel zu viele freie Produktionskapazitäten, als dass sie einen Auftrag vergeben könnten – selbst wenn es nur um ein Nischenmodell geht.

Und auch von der Hoffnung, dass das 107 Jahre alte Traditionsunternehmen möglicherweise von einem Interessenten aus China oder Indien aufgekauft werden könnte, sollte man sich allmählich verabschieden.

Ganz zu schweigen von der immer wieder in die Diskussion gebrachten Vision, Karmann könne doch selbst Autos entwickeln, produzieren und verkaufen – aus Kostengründen unmöglich, zumal Karmann über keinerlei Vertriebswege verfügt. Also: Im Frühjahr 2009 läuft in Rheine das letzte Audi-Cabrio vom Band, im Spätsommer desselben Jahres der letzte CLK in Osnabrück. Dann ist Schluss.

Also gilt es jetzt, den Blick nach vorne zu richten und einen geordneten Rückzug anzutreten. Wichtigste Aufgabe ist dabei die finanzielle Absicherung der gekündigten Mitarbeiter. In Rheine ist das bereits gelungen, in Osnabrück sollte es auch möglich sein.

Der Umbau zu einem lupenreinen Zulieferunternehmen der Autoindustrie mit dem Ausbau der Wachstumsfelder Fahrzeugentwicklung und Cabrio-Dachsysteme ist vor diesem Hintergrund nur konsequent. Technisches Know-how ist bei Karmann in Hülle und Fülle vorhanden.

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