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Nabu-Serie

Nächtlicher Lockstoff für Insekten

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Obwohl der Name etwas anderes erwarten lässt, gibt es keine klebrigen Finger beim Berühren dieser Pflanze. Zwar nutzten die Menschen früher das Gewöhnliche Leimkraut, um aus ihren Wurzeln Seifenlauge zu kochen, und aßen die jungen Triebe wie Salat - aber um Sachen zu leimen, ist sie nicht geeignet.

Das Gewöhnliche Leimkraut wächst nur 20 bis 50 Zentimeter hoch, aber die Wurzeln können bis zu einem Meter tief in den Boden eindringen. Damit ist es gut angepasst an die trockenen und sonnigen Standorte, an denen diese Pflanze am liebsten wächst. Wenn der Boden auch noch sauer und stickstoffarm ist, gedeiht sie besonders prächtig. Dabei benötigt sie weder viel Wasser noch Dünger und wird daher gerne in Stein- und Wildgärten gepflanzt.

Die weißen bis hell-rosa Blüten bilden eine zwei Zentimeter lange Kelchröhre aus, die wie aufgeblasen wirkt. Besonders anziehend für Insekten ist das Gewöhnliche Leimkraut in der Nacht. Obwohl die Blüten auch am Tage schön anzusehen sind, verströmen sie erst in den Nachtstunden einen für Insekten unwiderstehlichen kleeartigen Duft. Der lange Kelch sorgt dafür, dass es Insekten mit einem langen Rüssel einfacher haben, an den Nektar zu gelangen. Insbesondere Nachtfaltern bietet sie eine ergiebige Nahrungsquelle. Andere hungrige Besucher behelfen sich jedoch mit einem Trick: Hummeln beißen einfach an der Seite der Blütenkelche ein Loch hinein und gelangen so an das süße Futter.

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