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Nächtlicher Überraschungsbesuch bei Urenco

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Gronau - Mit Unterstützung der Polizei haben Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) am Samstagabend nach eigenen Angaben Einblick in den Sicherheitsbericht der Urananreicherungsanlage genommen. Zu später und ungewöhnlicher Stunde - nämlich am Samstag gegen 23 Uhr - klingelten sie deshalb am Pförtnerhaus der Anlage.

Beim Blick in die Unterlagen sei festgestellt worden, „dass seitens der Anlagenbetreiber ein völlig veralteter Sicherheitsbericht vorgelegt wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auf WN-Anfrage wies Urenco-Geschäftsführer Dr. Joachim Ohnemus diese Darstellung am Montag zurück.

Ihren nächtlichen Überraschungsbesuch bei Urenco starteten die BBU-Mitglieder, weil der Sicherheitsbericht jederzeit einsehbar sein muss. Statt Einlass zu gewähren, hätte der Sicherheitsdienst aber die Polizei verständigt, die mit zwei Einsatzfahrzeugen angerückt sei, schreibt der BBU. Weiter heißt es: „Nach einem intensiven Gespräch des Einsatzleiters mit den Mitarbeitern der Urenco durften zwei Vorstandsmitglieder des BBU den Vorraum des Pförtnergebäudes betreten. Dort konnten sie Einsicht in den Sicherheitsbericht nehmen.“

Beim Blick in die Unterlagen sei dann erkannt worden, so der BBU weiter, dass der Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2002 datiert, obwohl es 2005 eine Genehmigung zum Ausbau der Anlage und zwischenzeitlich eine Kapazitätserhöhung gegeben habe.

Urenco-Geschäftsführer Dr. Ohnemus machte indes deutlich, dass der Sicherheitsbericht sehr wohl aktuell sein. Allerdings sei von den BBU-Mitgliedern ganz allgemein nach dem Sicherheitsbericht gefragt und daraufhin vom Wachpersonal, bei dem es sich nicht um Urenco-Mitarbeiter handle, lediglich der Ursprungsbericht zur Einsichtnahme vorgelegt worden. Daneben gebe es aber „weitere Ordner mit aktuellen Ergänzungen, die ständig aktualisiert werden“. Ohnemus: „Die BBU-Vertreter haben nicht präzise gesagt, was sie wollen.“ Dass daraufhin nur der Ursprungsbericht vorgelegt worden sei, kommentierte Ohnemus mit den Worten: „Das passiert, wenn man so etwas abends um Elf macht.“ Zu normalen Dienstzeiten hätte ein fachkundiger Urenco-Mitarbeiter natürlich auch auf die Ergänzungen hingewiesen. Dieses Prozedere zu kennen sei indes nicht Sache des Sicherheitspersonals, so der Geschäftsführer.

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