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USC Münster

Nackte Zahlen lassen frösteln

Ansgar Griebel

Münster. Münster 08 ist einer der größten Vereine in Münster: Flaggschiff des Clubs ist zweifellos die Fußballabteilung, aber bei 08 wird in vielen Sparten Sport betrieben: Badminton zum Beispiel, Handball, Gymnastik und natürlich auch Volleyball. Derzeit ist „Münster 08“ aber auch ein lückenhafter Auszug aus der Tabelle der Volleyball-Bundesliga. Der komplette Eintrag liest sich so: 10. USC Münster; 5:12 Sätze; 0:8 Punkte. Keine erfreuliche Lektüre für die erfolgsverwöhnten Fans des USC. Aber auch im Verein wird diese Tabelle nicht gerade auf die Hallenwand projeziert.

„Im Sport wird ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch nach den Zahlen bewertet“, weiß USC-Trainer Axel Büring um die Außenwirkung des verpatzten Saisonstarts, mit dem er aus nachvollziehbaren Gründen selber alles andere als zufrieden ist. Dennoch legt Büring Wert darauf, die nackten Zahlen nicht zu überdecken, aber zumindest angemessen zu ummanteln. „Dieser Start entspricht ganz und gar nicht unseren Vorstellungen. Aber es ist auch nicht so überraschend, dass man nach einwöchiger Saisonvorbereitung die Neuzugänge noch nicht hundertprozentig ins Team integriert haben kann.“ Die kurze Eingewöhnungszeit soll keine Entschuldigung sein, stellt Büring unmissverständlich klar, die Situation aber zumindest ein wenig erhellen.

Die Strategie für die weitere Saison hat sich darum auch durch die vier Niederlagen zum Auftakt auch nicht verändert. „Wir trainieren, wir arbeiten“, hält Büring am über lange Jahre bewährten Konzept fest. „Da muss die Mannschaft selber raus kommen“, so der Trainer, der natürlich so etwas wie Frust im Team bemerkt hat, aber auch die große Bereitschaft, die aktuelle Schieflage sofort wieder aus eigener Kraft gerade zu rücken.

„Das ist schmerzlich, aber wir sehen das nüchtern und realistisch“, sieht auch USC-Vorstandssprecher Hans-Ulrich Frank den aktuellen Status Quo beim USC Münster nicht als über die Maßen besorgniserregend an. „Die Saison ist noch jung, und diese 0:8 Punkte sind nur eine Momentaufnahme.“ Keinesfalls, so Frank, werde der USC jetzt in Aktionismus verfallen. Auch die Suche nach einer weiteren Außenangreiferin werde mit der gleichen Geduld und unter den gleichen Voraussetzungen wie bisher betrieben. „Wir suchen jemanden, der zum USC und in die Mannschaft passt“, wiederholt Büring das Anforderungsprofil. „Eine Spielerin, die Münster auf Anhieb da unten raushaut, werden wir nicht bekommen. Das könnte, wenn überhaupt, nur eine absolute Weltklassespielerin, und die werden wir uns nicht leisten können“, so Büring. „Dass sich jetzt die, die sonst immer neidisch auf den USC geschaut haben, die Hände reiben, ist klar. Aber darauf achten wir nicht“, konzentriert sich Büring auf die Arbeit und ist überzeugt, dass die Konkurrenz schon bald von den Qualitäten des USC überzeugt werden kann.

Die nächsten Gelegenheiten gibt es bereits am Freitag (19.30 Uhr) gegen den Köpenicker SC und am Sonntag im Westderby in Leverkusen. Dann ist Münster 08 wieder einer der größten Vereine Münsters – und nichts anderes.

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